Regisseur Tom Bohn über "Unter Wölfen"

Gerhard Arentzen (Thure Riefenstein, rechts) weist seine Securitytruppe ein, die die Pressekonferenz eines Politikers bewachen soll.
Szene aus dem Film: Gerhard Arentzen weist seine Securitytruppe ein, die die Pressekonferenz eines Politikers bewachen soll. | Bild: SWR / Jacqueline Krause-Burberg

"Unter Wölfen" lässt an einen Western denken: Der starke Gegenspieler, der meint, in seiner Welt das Recht in seiner Hand zu haben, die Kommissarin, die das verhindern will, wenn es sein muss allein, der Showdown. Wollten Sie mit "Unter Wölfen" Lena Odenthals Sheriff-Qualitäten herausarbeiten?

Gute Frage :-). Ja, es ist für mich ein Tatort nach klassischer Western-Mentalität. Und Lena ist – zum Schluss – der lonesome Sheriff, der sich gegen einen sehr mächtigen Gegenspieler durchsetzen muss. Dafür bedarf es Mut, Wut und ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl. Lena Odenthal hat das alles, und so war es ein großes Vergnügen diese Eigenschaften einmal unübersehbar bei ihr zum Leuchten zu bringen.

Sie haben viel Tatort-Erfahrung und auch etliche Lena-Odenthal-Tatorte geschrieben und inszeniert. Im 50. Tatort-Jahr – was macht für Sie Ludwigshafen aus, welche Bedeutung kann der Spielort für den Tatort haben, beeinflusst die Stadt die Geschichten?

Für uns war Ludwigshafen als "Western-Kulissen" natürlich ideal. Die vielen industriellen Bauwerke, die sehr zweckgebunden in eine Stadt hineingebaut wurden, verleihen Ludwigshafen etwas Hartes, und Pragmatisches. In den frühen Städten des amerikanischen Westens ging es auch nicht um Schönheit. Da musste ein Stadt in erster Linie funktionieren. Diese harte Ästhetik hatte für mich immer etwas sehr Inspirierendes und Interessantes.

Funfact-Frage: In Heilbronn wurde ein mit internationalem Haftbefehl gesuchter Verbrecher u. a. deshalb entlarvt, weil der Kampfsportler als Komparse in diesem Tatort mitgewirkt hatte und so leichtsinnig war, sich dazu in einem Zeitungsinterview zu äußern. Der Mann hatte jahrelang unerkannt in Deutschland gelebt. Das wirkt ein bisschen, als hätte man es für einen Film erfunden. Was haben Sie gedacht, als Sie davon gehört haben?

Ich habe herzhaft gelacht. Vor allem, als ich gesehen habe, um wen es sich handelt. Der Herr stand beim Pressefoto dicht bei mir und war bei Dreh einer der Engagiertesten. Vielleicht hätte er vor seiner kriminellen Berufswahl mal bei uns vorsprechen sollen. Aus dem hätte ein guter Stuntman werden können.

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