Lebensmittelverschwendung – oder auch nicht

Massen an Lebensmitteln landen auf dem Müll.
Massen an Lebensmitteln landen auf dem Müll. | Bild: NDR

  • 550.000 Tonnen Lebensmittel wirft der deutsche Einzelhandel jährlich weg.

  • In Frankreich und Italien ist das gesetzlich verboten. Nicht vermeidbarer Ausschuss muss dort gespendet, kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. 

  • Jeder Bundesbürger wirft pro Jahr Lebensmittel im Wert von 400 Euro weg.

  • Insgesamt landen in Deutschland jede Sekunde 313 Kilogramm essbare Nahrungsmittel im Müll.

  • Mittlerweile gibt es verschiedene Projekte, die sich genau mit diesem Thema auseinandersetzen. Das Münchner Start-up "Etepetete" beispielsweise setzt dem ein neues Konzept entgegen. Die Jungunternehmer verkaufen Bioobst und -gemüse in Boxen, das es sonst nicht in den Verkauf geschafft hätte, nur weil es den optischen Ansprüchen des Handels nicht genügt.

 Kaufen ohne viele Zwischenhändler

  • Es gibt immer mehr Konzepte, bei denen die Erzeuger fairere Preise erzielen können, weil zum Beispiel weniger Zwischenhändler im Spiel sind und gleichzeitig die Verbraucher durch den direkteren Kontakt zum Erzeuger ihr Lebenmittel besser rückverfolgen können.

  • Tim Mälzer hat in seiner Sendung Fleisch von www.kaufnekuh.de getestet. Hier schlachtet der Betreiber die Kuh erst, wenn sie komplett verkauft ist. Bis dahin leben die Tiere artgerecht auf kleinen Höfen, die dem Kunden genannt werden. Das Bio-Mini-Paket etwa, mit 14 Zwei-Personen-Mahlzeiten ist  für knapp 75 Euro zu haben. Das macht nicht mal 2,70 Euro pro Portion. Geliefert werden ganz verschiedene vakuumverpackte, gut gekühlte Teile der Kuh. Der Nachteil: Man muss etwas planen, denn erst dauert es, bis die Kuh vollständig verkauft ist, dann reift das Fleisch noch ca. zwei Wochen. So vergehen 3 bis 4 Wochen bis zur Lieferung des Paketes.

  • Beim Obst hat Tim Mälzer das spanische Crowdfarming-Unternehmen "Naranjas del Carmen" entdeckt. Hier kann er für  80 Euro (im ersten Jahr, anschließend 60 Euro / Jahr) pro Saison 80 Kilogramm Orangen (und Mandarinen) beziehen. Dafür kauft er über das Internet einen eigenen Baum. Die Orangen kann er sich innerhalb der jeweiligen Saison in verschiedenen Chargen je nach Bedarf schicken lassen. Frischer geht es kaum, denn drei Tage bevor sie bei ihm ankommen, hängen die Bio-Orangen noch am Baum. Da der Versand vom Kunden gezahlt werden muss, lohnen sich größere Mengen oder eine Baumgemeinschaft etwa mit einem Nachbarn noch mehr.

  • Ein ganz alternatives Verkaufskonzept sind sogenannte "Mitgliederläden" wie etwa der Münchner Ökoesel. Für 15 Euro monatlichen Beitrag bekommen die Kunden ihre Bio-Ware bis zu 40 Prozent günstiger als im Laden. Ab einem Wocheneinkauf von 20 Euro lohne sich der Einkauf gegenüber einem normalen Bioladen, so die Betreiber. Von Montag bis Freitag können sich Kunden ihre Waren vor Ort abholen. Auf Wunsch wird der Einkauf für einen Aufpreis im Münchner Stadtviertel Neuhausen / Nymphenburg auch per Drahtesel geliefert.
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