Deutschlands "Mad Men"

Statement von Drehbuchautor Johannes Betz

Franz Josef Strauß und Rudolf Augstein
Der "Kalte Krieg" im Kleinen zwischen Strauß und Augstein, kulminiert im Herbst 1962, zeitgleich zur Kuba- Krise. | Bild: BR / Roland Suso Richter

»Gab es in Deutschland "Mad Men"? Natürlich gab es sie, man muss sie nur imaginieren. Rudolf Augstein und seine Männer vom Speersort, die Spiegel-Redakteure und -Reporter, waren in vielerlei Hinsicht Verrückte, die im muffigen Nachkriegsdeutschland die "Obrigkeit" herausforderten. Was für Charaktere! Elegant, selbstbewusst, mit messerscharfem Intellekt – und sehr cool. Aber eben auch mit der Arroganz und Hybris, die für die nötige Fallhöhe sorgt, wenn etwas schiefgeht. Besonders, wenn der Gegner Franz Josef Strauß heißt und die Welt am Abgrund eines Atomkriegs steht.

"Die Spiegel-Affäre" kennt man bisher als dröge, hochkomplizierte Geschichtsstunde aus dem Kalten Krieg. Man kann sie aber auch ganz anders betrachten: als Duell zweier machtbewusster, schillernder Männer, die sich nichts schenken und vor schmutzigen Tricks nicht zurückschrecken. Und das ist ja wohl ziemlich unterhaltsam. Aber unter der schweren Last der historischen Akkuratesse nie die spannende Geschichte zu vergessen, die wir eigentlich erzählen wollen: Das war harte Arbeit, die sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Zwei Jahre habe ich an dem Drehbuch gefeilt. Im Zuge der Recherchen und Gespräche kamen immer neue Details an den Tag, die belegen, dass Augstein und seine Leute damals nur halb so unschuldig waren, wie es der Spiegel gern darstellt. Mit einem gewissen Stolz kann ich versprechen: So haben Sie die Spiegel-Affäre noch nie gesehen!«

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