Kommentare zum Film

von Eleonore Weisgerber, Leslie Malton, Jasmin Schwiers, Maren Eggert, Lena Klenke und Asta Scheib

Ottilie (Kristin Suckow) muss sich zwischen Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen (Johannes Zirner, li.). und Philipp von Brand zu Neidstein (Hannes Wegener) entscheiden.
Ottilie von Faber-Castell – Eine mutige Frau | Bild: ARD Degeto / Martin Spelda

Eleonore Weisgerber spielt Ottilie Senior

Ottilie Senior (Eleonore Weisgerber)
Eleonore Weisgerber spielt Ottilie Senior  | Bild: ARD Degeto / Martin Spelda

»Was mich an der Rolle 'Ottilie von Faber Senior' gereizt hat, war die Möglichkeit, eine Frau zu zeigen, die – traditionell erzogen – kraft ihrer Souveränität, ihrer Bildung und ihrer Menschenkenntnis durchaus die Fähigkeit besitzt, nach dem Tode ihres Mannes die schon international agierende Firma weiterzuführen und dies, weil sie auch schon zu seinen Lebzeiten mit den Abläufen im Unternehmen umfassend vertraut war. Es herrscht ja bei manchen die Vorstellung, Frauen dieser Epoche seien durchweg nur für Küche und Kinder zuständig gewesen. Die Gelegenheit zu haben, mit meiner Rolle dieses tradierte Klischee zu widerlegen, hat mir große Freude gemacht. Frauen waren nämlich immer schon in der Lage, Verantwortung zu übernehmen, auch in der Geschäftswelt. Und eine besondere Freude war es, unter der Regie von Claudia Garde spielen und mit so wundervollen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten zu dürfen. Und das in den traumhaft schönen, von Petra Kray mit so viel Liebe und Professionalität ausgesuchten Kostümen.«

Leslie Malton spielt Elise Cramer-Klett

Bei den Soirées von Elise (Leslie Malton, 2. v. r.e) geschehen unheimliche Dinge: Ottilie (Kristin Suckow), Alexander (Johannes Zirner) und Clarissa (Jasmin Schwiers) staunen.
Leslie Malton spielt Elise Cramer-Klett | Bild: ARD Degeto / Martin Spelda

»Rollen, die eine gewisse Skurrilität oder auch Exaltiertheit haben, sind für mich ein gefundener Schatz. Diese Menschen haben in meinen Augen eine blühende Fantasie und eine besondere Sicht auf die Welt, in die ich mich gerne hineinbegebe. So war es auch mit der Rolle der Elise Cramer-Klett. Eine Frau mit einem freien Geist, Lust auf die Menschen, speziell die Hübschen, und auf alles, was das Leben ihr so bietet! Und das in einer Zeit, die in den wunderschönen, reichen Kostümen von Petra Kray und im inspirierenden Szenenbild von Martina Brünner voll zur Blüte gebracht wurde. Und Claudia Garde: Sie beflügelte mich und behielt gleichzeitig die Erdung der Figur im Blick. Mit so einer Regisseurin zu arbeiten ist ein Geschenk und die reinste Freude, denn sie öffnet neue Türen.«

Jasmin Schwiers spielt Clarissa von Straaten

Clarissa von Straaten (Jasmin Schwiers) ist seit Kindertagen Ottilies beste Freundin und genau wie sie eine starke und selbstbewusste Frau.
Jasmin Schwiers spielt Ottilies beste Freundin Clarissa von Straaten | Bild: ARD Degeto / Martin Spelda

»Die Figur Clarissa von Straaten ist im Film seit Kindertagen Ottilies beste Freundin und genau wie sie eine starke und selbstbewusste Frau. Beide sind intellektuell unangepasst und ihrer Zeit in vielerlei Hinsicht voraus. In einer Welt, die ausschließlich von Männern regiert wird, ist das Band zwischen den beiden das einzige, auf das Ottilie sich über die Jahrzehnte uneingeschränkt verlassen kann. Dass Frauen in unserem Land vor gar nicht mal so langer Zeit faktisch nichts zu sagen hatten, ist mir in der Vorbereitung für die Rolle nochmal ganz anders bewusst geworden. Mit dem Dreh hat sich für mich ein echter Schauspieler-Traum erfüllt. Ich wollte schon immer mal historisch drehen. Bei der Kostümprobe war ich total selig, in all die unglaublichen Kostüme steigen zu dürfen, die teilweise aus dem Fundus in Paris oder Madrid ausgeliehen worden waren und original aus Ottilies Zeit stammten. Als wir dann allerdings bei 36 Grad im Kostüm mit Korsett und mehreren Unterröcken stundenlang Polka tanzen mussten, wusste ich die Errungenschaften der Emanzipation doch wieder sehr zu schätzen! Be careful what you wish for!! Trotzdem – es war herrlich!«

Maren Eggert spielt Bertha von Faber

Ottilie (Kristin Suckow, li.) und ihre Mutter Bertha (Maren Eggert) an ihrem Hochzeitstag
Maren Eggert spielt Ottilies Mutter Bertha von Faber | Bild: ARD Degeto / Martin Spelda

»Am bemerkenswertesten sind für mich eindeutig die Kostüme. Wenn man den ganzen Tag bei hohen Temperaturen in schwarze Kleider mit Korsett gezwängt ist, dann braucht man eigentlich gar nicht mehr zu überlegen, was man spielen möchte, die Zwänge der Zeiten von damals werden sozusagen automatisch erfahrbar. Ich wurde zum ersten Mal für einen Film extrem viel älter geschminkt, künstliche Falten inklusive – das war eine interessante Erfahrung.«

Lena Klenke spielt Anna Vasbender

Anna Vasbender (Lena Klenke) ist Ottilies loyales Dienstmädchen
Lena Klenke spielt Anna Vasbender – Ottilies loyales Dienstmädchen | Bild: ARD Degeto / Martin Spelda

»Der Dreh war für mich sehr besonders – von Anfang bis Ende. Schon bei der ersten Leseprobe war eine Magie im Raum. Wir haben uns alle so gut verstanden und die Regisseurin Claudia Garde hat uns alle so in die Geschichte reingezogen und geführt, dass wir uns komplett in diese tolle Zeit fallen lassen konnten. Dann waren wir alle im letzten Sommer vier Wochen lang in Prag und Umgebung. Wir haben in den schönsten Schlössern gedreht, hatten jeden Tag diese gro0artigen Kleider an und ja, wir haben geschwitzt, aber das sehr gerne. Wir wussten, wir werden gerade Teil eines ganz besonderen Films. Es ist eine Geschichte von so starken Frauen. Ich freue mich sehr, dass der Film jetzt endlich gezeigt wird.«

Roman-Autorin Asta Scheib

Drehstart für ARD-Degeto-Eventfilm „Ottilie von Faber-Castell" (AT): Aufwendige Verfilmung der historischen Familien- und Liebesgeschichte in Prag
Ottilie von Faber-Castell – eine mutige Frau

»Ich habe vor mehr als 20 Jahren mit dem Grafen Anton Wolfgang von Faber-Castell ein Interview geführt. Für das Bayerische Fernsehen. In einer Szene zeigt mir der Graf seine Ahnenreihe. So das Übliche. Doch plötzlich stand ich vor dem Porträt einer unglaublich schönen Frau. Schließlich erfuhr ich, dass es seine Großmutter war, die er angeblich nicht gekannt hatte. Ich war Journalistin, ich spürte förmlich die tragische Geschichte. Ohne die Noblesse und den Mut des Grafen hätte ich sie nie erfahren.«

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