Stephan Wuschansky

Drehbuch

Leo (Julius Gause) sieht keinen Ausweg
Leo sieht keinen Ausweg | Bild: NDR/ARD Degeto / Christine Schroeder

Was hatten Sie bei der Entstehung Ihrer Hauptcharaktere Svenja und Antoine vor Augen, als Sie sie erschufen?

Die Idee für die beiden Figuren entstand, als ich vor längerer Zeit im Publikum bei einer Podiumsdiskussion über Diversität im deutschen Fernsehen saß. Ein schwarzer Schauspieler beschrieb seine Schwierigkeiten, Rollen im Deutschen Fernsehen zu bekommen. Ganz ähnlich bei queeren Kollegen*innen. Und es stimmt natürlich, das deutsche Fernsehen kann und muss diverser werden, bunter ... Es macht Spaß, daran mitzuwirken. Ich selber lebe gerne in einer vielfältigen Welt. Und was das Norddeutsche angeht ... Ich komme aus einer norddeutschen Familie, um es mal so zu sagen: Norddeutscher als meine Mutter kann man kaum sein.

Hatten Sie denn schon vor Ihrem Krimi-Projekt einen Bezug zu Flensburg?

Da muss ich zugeben, ich wusste zu Beginn der Drehbucharbeit von Flensburg genauso viel wie Karl May vom Wilden Westen. Die Corona-Situation hat es auch nicht gerade leicht gemacht, das mal eben so zu ändern. Aber es wird...

Was liegt Ihnen dabei wirklich am Herzen?

Als Vater von drei Töchtern die Beziehung zwischen Svenja und ihrem Vater Morten, die Katharina Schlothauer und Uwe Rohde ganz wunderbar darstellen, mit viel Intensität und Tiefe herausarbeiten. Ich finde ich es daher auch wichtig, Antoine mit seinen Rassismuserfahrungen zu erzählen. Strukturellen Rassismus, Alltagsrassismus, den er immer wieder erleben muss. Svenja und Antoine sind zwei Außenseiter im Polizeidienst, die aber in einer bunten und vielfältigen Gesellschaft Normalität sein müssen – und sicherlich mehr und mehr dazu werden, so dass alte Machstrukturen der Vergangenheit angehören. Nicht nur im Polizeidienst natürlich.

Was macht für Sie einen guten Krimi aus?

Natürlich ein spannender Krimifall, ein Geheimnis, das es zu entschlüsseln gibt. Dazu tiefe, vielschichtige Charaktere. Und letztlich beleuchtet jeder gute Krimi, wie jede gute Geschichte überhaupt, Grundfragen des Lebens. In dem vorliegenden Fall: Was ist Familie? Worin besteht der Zusammenhalt? Erfahrungen, Gene ... Hört sich vielleicht banal an, ist aber immer wieder spannend – auch weil es gar keine eindeutige Antwort gibt, glaube ich.

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