Martin Feifel | Regens Wimmer

Der blinde Sonderermittler Alexander Haller (Philipp Hochmair, li.) und sein „Auge“ Niko Falk (Andreas Guenther, re.) vor einem Wiener Kaffeehaus.
Der blinde Sonderermittler Alexander Haller und sein „Auge“ Niko Falk vor einem Wiener Kaffeehaus. | Bild: ARD Degeto/Mona Film / Tivoli Film

Herr Feifel, Sie spielen den Leiter eines bischöflichen Priesterseminars in Wien, der mehr als das Beichtgeheimnis zu wahren hat. Bitte erzählen Sie uns etwas über diese Rolle.

Regens Wimmer ist ein sympathischer Mensch. Er steht zu seinen Schülern, auch wenn er nicht alles wissen kann. Er ist ehrlich gläubig und sucht auch sein Seelenheil im Gespräch mit Gott. Wenn er die Beichte abnimmt, hat das durchaus auch seelsorgerischen Charakter, was ihn jedoch nicht daran hindert, vehement das Beichtgeheimnis zu wahren. Die Beichte ist ein Sakrament.

Was bedeuten Loyalität und Vergebung für Regens Wimmer – und was für Sie?

Loyalität, Treue, „zu Jemandem stehen“ sind sich sehr ähnlich. Es kommt auf den Kontext an. Hier ist Wimmer gefordert. Vergebung ist im christlichen Glauben fest verankert. Man spricht auch von der Gnade der Vergebung. „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Einsicht und Reue können die Vergebung erleichtern. Auch wenn ich aus der Kirche ausgetreten bin, ist Vergebung für mich sehr wichtig. Wenn ich vergeben kann, trage ich nicht das Gift des Grolls in mir. Nur mit „vergeben und vergessen“ hadere ich. Vergeben heißt für mich nicht vergessen, sondern Gnade für den anderen und für mich selbst.

Neben der Schauspielerei widmen Sie sich der Malerei. Was reizt Sie an dieser Kunstform?

Die Malerei ist Freiheit, Ruhe, gute Einsamkeit und Freude für mich. Farben und Formen zu einem Bild zu komponieren, ist ein sehr intensiver, schöner, kreativer Prozess, ich bin mein eigener Herr. Ich kann Material, Techniken, Pinsel, Farben selbst auswählen, bin unabhängig von Weisung und Kontrolle. Ich versuche, jeden Tag zu malen. Meistens werden mehrere Stunden daraus, manchmal will auch nichts gelingen. Das ist jedoch keine Niederlage. Inzwischen stelle ich in Galerien oder auch privat aus. Orte zum Ausstellen zu finden, ist nicht so einfach, ich bin aber auch noch ein Neuling, was das angeht. Die Menschen mögen und kaufen sogar meine Bilder! Damit habe ich nie gerechnet. Das macht mich staunend glücklich.

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