Regisseurin Isabel Braak

Von links nach rechts: Frederik Bott (Rolle Hannes), Regisseurin Isabell Braak, Anna Fischer (Rolle Lisa Taubenbaum) und Hartmut Volle (Rolle Alfons Taubenbaum)
Regisseurin Isabell Braak mit den Schauspielern Frederik Bott, Anna Fischer und Hartmut Volle. | Bild: ARD Degeto/SWR / Daniel Schmid

Wie sind Sie an einen Film über eine detektivische Bestatterin herangegangen?

Für mich vereint der Film drei Genres: einen Krimi mit Mordfällen, eine schwarze Komödie über unsere Lisa, die sich in die Ermittlungen einmischt, und nicht zuletzt das verschlafene Dorf, dessen Bewohner sich mit einem so leidenschaftlichen Einsatz nicht arrangieren können – also ein Heimataspekt mit Mundart. Das alles zu verbinden, war eine Herausforderung, auch wenn die Autoren Arne Nolting und Jan Martin Scharf mit dem Drehbuch natürlich schon einiges vorgelegt hatten. Außerdem fand ich die Idee sehr spannend, dass eine junge Bestatterin in einem recht traditionellen Dorf auf eigene Faust ermittelt. Und so skurril das auch klingen mag: So unrealistisch ist das gar nicht. Wir haben bei unserer Recherche festgestellt, dass tatsächlich der eine oder andere Mordfall übersehen und erst später entdeckt wird.

Was zeichnet Anna Fischer in der Rolle als Lisa Taubenbaum aus?

Anna ist eine tolle Schauspielerin. Was sie mitbringt, ist eine besondere Wärme, ihr Temperament und die gleiche Begeisterung, die auch Lisa Taubenbaum auszeichnet. Sie lässt sich nicht unterkriegen und ist eine Kämpferin, bleibt dabei aber trotzdem immer charmant. Man muss sie einfach mögen. Damit stellt Anna genau das für uns dar, was wir gesucht haben. Sie hat sofort für das Buch gebrannt und war schon während der Vorbereitungen wahnsinnig engagiert.

Wie kam es zu dem ländlichen Setting?

Dass die Geschichte ländlich angesiedelt ist, stand schon im Drehbuch. Ich glaube, das macht es auch spannender, weil es für Lisa doppelt so schwer ist, sich in einer Gemeinschaft Gehör zu verschaffen, in der am liebsten alles so bleiben soll, wie es ist. Zumal sie sich nach ihrem Lebensabschnitt in Berlin ja auch erst wieder in das Gefüge einfinden muss. Der süddeutsche Raum stand ebenfalls fest. Wir haben dann einige Location-Touren unternommen, um den "perfekten Ort" zu finden. Und da hat uns die Schwäbische Alb mit ihrer weiten Landschaft, den dunklen Wäldern und den rauen Felsen sprichwörtlich in ihren Bann gezogen. Einerseits ist die Gegend dort wunderschön, andererseits aber vielerorts auch sehr verlassen. Das kann dann schon manchmal unheimlich wirken. Genau diese Mischung hat für uns den Reiz ausgemacht.

Was bedeutet es Ihnen, einen Krimi mit einer weiblichen Heldin zu erzählen, die zudem noch eine unfreiwillige ist und keine erfahrene Polizistin?

Sehr viel! Bisher hatte ich das Gefühl, dass gerade dieses Genre eher den männlichen Kollegen zugetraut wird – umso mehr freue ich mich, dass ich bei diesem tollen Heimatkrimi Regie führen durfte. "Die Bestatterin – Der Tod zahlt alle Schulden" vereint für mich Krimi und Komödie, schlägt also einen spannenden Twist aus den Projekten, die ich bisher realisieren durfte, und aus den Genres, die mich faszinieren. Ich freue mich immer über starke Frauenfiguren im Film und finde es gut, dass bei unserer Heldin nicht die Liebe im Fokus steht. Vielmehr deckt sie Ungereimtheiten auf, findet den Mut, sich gegen das Dorf-Patriarchat durchzusetzen und verfolgt mit Wille, Verstand und Herz ihr Ziel. Manchmal auch auf eine etwas unkonventionelle Art – und genau das zeichnet sie aus.

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