Statement von Markus Imboden

Lona (Henny Reents) auf dem Weg zu einer mysteriösen Einladung - die eigentlich ihrem Vater gilt
Lona auf dem Weg zu einer mysteriösen Einladung - die eigentlich ihrem Vater gilt. | Bild: NDR / Georges Pauly

Markus Imboden

Regie

Markus Imboden, seit 1986 freier Regisseur und Drehbuchautor, gilt als einer der erfolgreichsten Schweizer Regisseure im In- und Ausland. Viele seiner Filme erhielten Preise wie die Goldene Kamera, den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Fernsehpreis oder den Adolf- Grimme-Preis, darunter „Bella Block – Tod eines Mädchens“, „Frau Rettich, die Czerni und ich“ und „Hunger auf Leben“, für den Hauptdarstellerin Martina Gedeck den Deutschen Fernsehpreis erhielt. 2018 wurde Markus Imboden für sein bisheriges Werk mit dem Kulturpreis Berner Oberland geehrt. Zu seinen jüngsten Erfolgen zählt der viel beachtete Kinofilm „Der Verdingbub“. Für das Fernsehen inszenierte er u. a. mehrere Folgen der Reihen „Bella Block“ und „Tatort“ und vier Filme mit Hinnerk Schönemann als Privatdetektiv Finn Zehender in der Hauptrolle. Für die schräge Krimikomödie „Mörder auf Amrum“ aus dieser Reihe wurde Markus Imboden mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Aktuell führt der Filmemacher Regie bei dem TV-Movie „Das Gesetz sind wir“. Die Episode „Dinge des Lebens“ ist seine erste Arbeit für „Nord bei Nordwest“.

Statement von Markus Imboden

»Das macht für mich einen großen Reiz der Reihe aus: Vieles wird nur angedeutet, bleibt unausgesprochen.«

Ich habe mich gefreut, endlich wieder im Norden drehen zu können! Für mich als Schweizer hat Norddeutschland eine große Anziehungskraft: die Luft, die flache, weite Landschaft, keine, um mit dem Schweizer Schriftsteller Niklaus Meienberg zu sprechen, „Berge, wie Bretter vor dem Kopf“. Ich mag die spröde Art der Nordlichter, deren Hauptkommunikationsmittel eben nicht unbedingt die Sprache ist. Sie sind wortkarg, sprechen eher mit Blicken oder eben mit ganz wenigen, direkten, manchmal auch schroffen Worten. Das macht für mich einen großen Reiz der Reihe „Nord bei Nordwest“ aus: Vieles wird nur angedeutet, bleibt unausgesprochen.

Ich habe mich besonders gefreut, nach langer Zeit wieder mit Hinnerk Schönemann zu drehen. Seine Spiellust und Unbekümmertheit begeistern mich immer wieder aufs Neue. Vor allem die angedeutete Liebesgeschichte zwischen Hauke Jacobs und Lona Vogts in dieser Folge zu inszenieren, hat mir große Freude bereitet. Gespielt wurde ja von Anfang an damit, was zwischen den Hauptfiguren Hauke, Lona und Jule eigentlich läuft. Und auch in „Dinge des Lebens“ bleibt offen, wer hier wen liebt und mit wem zusammenkommen wird – trotz des innigen Moments und Kusses zwischen Hauke und Lona auf dem gefluteten Boot. Wie Hinnerk und Henny diese Szene spielen, finde ich sehr stark: Das ist großes Kino! Dabei waren die Drehbedingungen an dem Tag für uns alle eine enorme Herausforderung, denn außer Hinnerk und Henny konnte nur ein ganz kleines Team in der gefluteten Kajüte sein, während das Wasser stieg und stieg … Nicht weniger aufregend war es, mit den Pferden zu drehen. Als Regisseur bin ich immer froh, wenn in einer Geschichte möglichst wenige Tiere vorkommen, denn die machen beim Drehen einfach nie das, was sie tun sollen.