Interview mit Regisseur Dror Zahavi

Bei der Entsorgung von Bauschutt wird die Leiche der Bauingenieurin Daniela Nowak gefunden. Die Ermittlungen führen Kriminalhauptkommissar Adam Raczek nach Cottbus. Das Opfer war angeblich in Besitz von wichtigen Dokumenten im Zusammenhang mit einem Restitutionsanspruch. Die Rechtmäßigkeit der Besitzansprüche scheint ungeklärt. Hat das Opfer die Parteien gegeneinander ausgespielt? - Kriminalhauptkommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) und Alexandra Luschke (Gisa Flake) befragen eine Restauratorin zu der Echtheit eines im Zusammenhang mit den Ermittlungen wichtigen und historischen Dokuments.
Kriminalhauptkommissar Adam Raczek und Alexandra Luschke befragen eine Restauratorin zu der Echtheit eines im Zusammenhang mit den Ermittlungen wichtigen und historischen Dokuments. | Bild: rbb / Maor Waisburd

Sie sind ein renommierter Regisseur in Deutschland, Dov Glickman ist ein renommierter Schauspieler in Israel. Hatten Sie vorher schon voneinander gehört und wie war die Zusammenarbeit?

Dov Glickman und ich hatten schon 2014 die Gelegenheit zusammenzuarbeiten. Er hat in meinem Film "Herbe Mischung" den nationalistischen Vater gespielt. Daher kannte ich seine schauspielerischen wie auch menschlichen Qualitäten sehr gut. Dov ist ein sehr umgänglicher Schauspieler, was die Arbeit mit ihm für jeden Regisseur sehr angenehm macht. Ich bin sehr froh, ihn für den "Polizeiruf 110" bekommen zu haben, wie auch die anderen Schauspieler wie Sven-Eric Bechtolf, Gisa Flake und Monika Lennartz, ohne die der Film nicht funktioniert hätte.

Im Film geht es um das Thema Restitution einer Immobilie. Zvi Spielman und seine Tochter kommen nach Jahrzehnten wieder nach Cottbus, um ihr Eigentum zurückzufordern. Vor allem Zvi Spielman fällt die Rückkehr nach Deutschland schwer. Können Sie das nachvollziehen?

In dem Film geht es nur äußerlich um Restitution. Eigentlich geht es in dem "Polizeiruf 110" um Schuld und das Bedürfnis der Deutschen nach Versöhnung und die Schwierigkeit der ersten Holocaust-Generation, dies zu leisten. Es ist für mich durchaus nachvollziehbar, dass ein Holocaust-Überlebender Deutschland nicht betreten und mit den Deutschen nichts zu tun haben will. Ich kenne aus Israel mehrere solche Menschen.

Welche Szene im Film hatte für Sie den emotionalsten Moment?

Die Anfangsszene, in der Zvi erzählt, welches Wort auf Deutsch er nie vergessen wird, und ihr Pay-off später bei Winkler im Büro. Diese Szene ist nach der persönlichen Geschichte meines Großonkels geschrieben und liegt mir sehr am Herzen.

Im Film möchten die heutigen Besitzer des Hauses an ihrem "Eigentum" festhalten. Können Sie diese Reaktion nachvollziehen?

Ich kann jeden Menschen verstehen, der um ein Haus im Wert von über einer Million Euro kämpft und darauf nicht einfach so verzichtet. Die moralische Dimension ist nicht zwingend bei jedem Menschen vorhanden und das kann ich verstehen, obwohl ich damit nicht einverstanden bin.

Was hat Ihnen an Cottbus am besten gefallen?

Ich war in Cottbus zum Arbeiten und nicht als Tourist, deswegen gefallen mir alle Motive, die wir hatten, sehr gut. Mehr kenne ich leider nicht von Cottbus. Die Stadt wird aber immer als eine sehr angenehme Erinnerung in meinem Herzen bleiben.

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