Statement von Tilman Strauß

Tilman Strauß ist Michael Norden
Tilman Strauß ist Michael Norden | Bild: NDR / Christine Schroeder

Tilman Strauß ist Michael Norden

Tilman Strauß, Jahrgang 1982, studierte von 2006 bis 2010 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Von 2009 bis 2016 war er festes Ensemblemitglied an der Berliner Schaubühne, wo er u. a. in Inszenierungen von Falk Richter, Thomas Ostermeier, Katie Mitchell und Michael Thalheimer auf der Bühne stand. Seit 2017 ist Tilman Strauß Gast am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Neben der Theaterarbeit steht Tilman Strauß auch für Kino- und Fernsehproduktionen vor der Kamera, u. a. in „Feierabendbier“ (Regie: Ben Brummer, 2017), „Lux – Krieger des Lichts“ (Regie: Daniel Wild, 2014), „Tatort: Die Wiederkehr“ (Regie: Florian Baxmeyer, 2014) und „Wir waren Könige“ (Regie: Philipp Leinemann, 2012), wofür er als bester Darsteller für den Förderpreis Neues Deutsches Kino nominiert war. Momentan ist Tilman Strauß in einer Hauptrolle in Tim Dünschedes Kinofilm „Limbo“ auf zahlreichen Filmfestivals zu sehen.

Statement von Tilman Strauß

»Norden verkörpert einen Typus, der zu Recht heute in Verruf geraten ist.«

Jon (Oskar Belton) trifft auf seinen Vater (Tilman Strauß)
Jon trifft auf seinen Vater. | Bild: NDR / Christine Schroeder

Michael Norden ist ein von Ehrgeiz getriebener Mensch und ein Glücksritter, der im Übermaß von seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt ist. Er nutzt mit seiner Zeitarbeitsfirma die schlechte Situation anderer Leute aus und macht Termingeschäfte an der Börse. Zu Beginn der Geschichte hat er sich allerdings gerade gründlich verzockt. Er wurde von einem ehemaligen Partner hintergangen, den er selbst schlecht behandelt hat; letztlich fällt ihm also sein eigenes Verhalten auf die Füße. Für mich hat diese Figur eine große Kraft; Norden handelt aus einer gewissen Paranoia heraus und nie ganz sauber; er verstrickt sich nach und nach immer tiefer in seine Machenschaften, schläft nicht mehr, macht sich schuldig und schraubt sich immer weiter in einen Zustand hinein, den er nicht mehr kontrollieren kann. Das war für mich als Schauspieler wahnsinnig interessant. Norden ist nicht nur finanziell, sondern auch auf der persönlichen Ebene bankrott. Er ist ein einsamer Mensch, der seine Familie verleugnet und sich nur seinem kruden Ideal von Erfolg verpflichtet fühlt. Gegen Ende gibt es einen Moment, in dem er erkennt, dass sich solche Mechanismen über die Generationen hinweg weitertragen und er seinen Sohn noch retten kann. Das hindert ihn aber erst einmal nicht daran, all diese Fehler zu machen. Die Figur ist eine Art Fallbeispiel; Norden verkörpert einen Typus, der zu Recht heute in Verruf geraten ist.

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