Interview mit Jörg Schüttauf und Julius Nitschkoff

Gerd Schrey (Jörg Schüttauf) ist das Opfer einer Entführung geworden - nun liegt er gefesselt in Freyas und Zeckes Fahrzeug.
Gerd Schrey ist das Opfer einer Entführung geworden - nun liegt er gefesselt in Freyas und Zeckes Fahrzeug. | Bild: MDR / Steffen Junghans

Maik Schrey ist am Boden zerstört, als er von der Entführung seines Vaters erfährt. Dennoch ist das Verhältnis der beiden schwierig zueinander. Warum?

Schüttauf: Das ist eine lange Geschichte und gehört nun wirklich nicht hierhin (lacht). Aber wenn Sie mich so fragen … Herr Schrey hat, außer zu seiner Frau, nur schwierige Verhältnisse in seinem Umfeld. Selbst seine Frau ist, ob dieser Tatsache, gegenüber Herrn Schrey sehr streng und … das hat sie nun davon … (SCHERZ)!

Nitschkoff: Gerd macht seinen Sohn indirekt für den Tod seiner damaligen Frau verantwortlich, die bei Maiks Geburt verstarb. Hinzu kommt, dass das Familienunternehmen durch die globale wirtschaftliche Entwicklung in finanzielle Nöte gerät. Gerd zieht sich immer weiter zurück und die emotionale Distanz zu Maik wird auch immer größer, obwohl dieser zu seinem Vater aufschaut und alles dafür tun würde, um ein bisschen Aufmerksamkeit oder Zuneigung von ihm zu bekommen. Dies wird von Marlies, Gerds neuer Frau, zusätzlich erschwert. Denn Sie reißt nicht nur das Familienunternehmen an sich, sondern unterbindet auch jegliche Annäherung zwischen den beiden. Sie wäre glücklicher, wenn Gerd keinen Sohn hätte, der ins Familienunternehmen involviert ist. Maiks Vater kommt das ganz gelegen, so kann er seinen emotionalen Verlust verdrängen und sich ganz auf Marlies und das Fliegen konzentrieren.

Was hat Sie an dem Drehbuch "Der letzte Schrey" überzeugt?

Schüttauf: Ein Kriminalfilm, nicht todernst und trotzdem gut gemacht. Unterhaltung mit einem oder zwei Gags, die am Ende sogar zu einem oder zwei Lachern führen. Das habe ich, als das Angebot kam, gesehen, und dass das klappen könnte, während der Arbeit gespürt.

Nitschkoff: Ich selber mag den etwas speziellen Tatort Weimar. Er hat einen eigenen Humor, der vor allem von den beiden tollen Ermittlern getragen wird. Die Rolle Maik Schrey war in diesem Buch das emotionale Gegenstück zu den beiden. Sie hatte eine Vielzahl von Brüchen zu spielen, wie sie selten in nur einer Figur vereint sind. Die Beziehungen zu jeder anderen Figur im Buch sind sehr unterschiedlich und wandeln sich vielschichtig. Das ist natürlich mit viel Arbeit verbunden, aber gerade diese Herausforderung hat mich an der Rolle Maik Schrey interessiert.

Was war die besondere Herausforderung für Sie bei diesem Dreh?

Nitschkoff: Die Rolle Maik macht eine sehr große Entwicklung im Laufe der Geschichte durch. Da wir natürlich nicht chronologisch gedreht haben, war es also vor jeder Szene besonders wichtig zu wissen, woher die Figur emotional kommt und wo sie hingeht. Außerdem hatten wir Szenen in einer 2-Personen- Cessna, die wir sowohl am Boden als auch in der Luft gedreht haben. So zu tun, als könnte man professionell fliegen, und dabei die Szenen zu spielen, war auf jeden Fall eine aufregende Herausforderung.

Als Zuschauer hat man den Eindruck, dass Gerd Schrey erstaunlich viel Ruhe während der Entführung bewahrt. Woran liegt das?

Schüttauf: In erster Linie an seiner Art, mit Problemen umzugehen und auch ein klein wenig daran, wie ich den Herrn Schrey als besonnenen, und aus Gründen der Eigensicherung zurückhaltenden, Charakter gespielt habe.

Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) kommen in die Textilfabrik, um mit Herrn Schrey zu sprechen. Sie treffen aber nur seinen Sohn, Maik Schrey (Julius Nitschkoff), an.
Kira Dorn und Lessing kommen in die Textilfabrik, um mit Herrn Schrey zu sprechen. Sie treffen aber nur seinen Sohn, Maik Schrey, an. | Bild: MDR / Steffen Junghans
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