Interview mit Bernd Lange

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Jens Reutter (Godehard Giese) ist mit seinen Freunden Martin Benzinger (Shenja Lacher, links) und Klaus Buchwald (Felix Knopp, rechts) in den Wald geeilt, weil er sich mit eigenen Augen überzeugen will, dass seine Tochter tot ist. Nur mit Mühe können Franziska Tobler (Eva Löbau) und die Freunde ihn davon abhalten, an den Tatort zu stürzen.
 | Bild: SWR / Johannes Krieg

Herr Lange, der erste Fall eine neuen Teams ist ja über den aktuellen Film hinaus auch ein Versprechen und eine Rahmensetzung für die Zukunft. Wie sehen Sie das Team am Tatort Schwarzwald, was wollten Sie erreichen? Wie stark wollten Sie die Ermittlerfiguren konturieren, wie sehr sie auch offen halten?

Die Intention von Robert Thalheim und mir war, Berg und Tobler durch ihr Handeln während der Ermittlung zu charakterisieren. Durch den Umstand, dass es im Film um eine tote Elfjährige und einen mutmaßlich entführten Jungen geht, ist meine eigene persönliche Erwartungshaltung an die Kommissare, dass sie sich rund um die Uhr der Ermittlung widmen und nicht ihren privaten Angelegenheiten nachgehen. Ich glaube, dass man trotzdem, anhand der unterschiedlichen Herangehensweisen von Berg und Tobler, ein Gefühl dafür bekommt, wie die beiden ticken. Berg ist der sperrigere Typ, der auch bereit ist in den Konflikt mit seiner Vorgesetzten zu gehen und an den Rand dessen, was legitim in der Ermittlungsarbeit; Tobler reagiert einfühlsamer. Trotzdem sind die beiden sehr solidarisch zueinander.

Die Ermittler stehen im "Tatort – Goldbach" gar nicht unbedingt im Mittelpunkt, der Film ist fast mehr Drama als Ermittlerkrimi. Was war dabei die Intention?

Eine der zentralen Ideen von Robert Thalheim und mir war, dass wir die Auswirkungen des Verbrechens auf die Familien zeigen wollen, deren Kinder ermordet beziehungs- weise entführt werden. Die Gefühle, die bei Eltern entstehen, lassen sich beim Schreiben nicht einfach ausblenden. Spätestens dann, wenn sich Verdächtigungen und Misstrauen zwischen den Eltern breit machen, inwiefern die jeweiligen anderen in den Mord verwickelt sind, entwickelt sich aus Drama und Thriller eine ganz harmonische Symbiose.

Inwieweit haben Sie auf die beiden Hauptdarsteller "hingeschrieben"? Und gab es einen Austausch mit den Schauspielern darüber?

Hans-Jochen Wagner und Eva Löbau sind ein großes Glück für die Reihe. Es hilft sehr, zwei Schauspieler vor Augen zu haben, von denen man weiß, wie vielseitig und interessant sie spielen können, was sie für die Rollen bereits alles mitbringen. Das macht das Schreiben viel einfacher. Wir haben das Buch einmal zusammen gelesen und sind auf ihre Ideen eingegangen.
Tatort bedeutet auch, dass die Stadt oder, wie in diesem Fall, die Region, die bespielt wird, nicht nur als Kulisse vorkommen soll. Was macht für Sie den Schwarzwald aus, was davon sollte in Ihren Film, vielleicht auch als Weichensetzung für die Zukunft, eingehen? Können auch die Charaktere der Figuren etwas mit dem Ort zu tun haben?
Grundsätzlich prägt die Umgebung, in der er lebt, den Menschen. Das ist beim Schwarzwald nicht so viel anders. Hier war die Idee, junge Familien zu zeigen, die fern einer Stadt das Glück suchen. Was den Schwarzwald angeht, finde ich es spannend, dass die Möglichkeiten so breit gefächert sind. Es gibt den Hochschwarzwald aber auch Städte wie Freiburg oder die Grenzregion zur Schweiz – die Geschichten für Berg und Tobler können dadurch sehr breit gefächert sein.

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