Interview mit Lilith Stangenberg

Nora Harding (Lilith Stangenberg) und ihr Vater Wolf (Cornelius Obonya).
Nora Harding und ihr Vater Wolf. | Bild: Radio Bremen / Christine Schröder

Lilith Stangenberg, im "Tatort: Blut" sind Sie in der Rolle der Nora Harding zu sehen, eine junge Frau, die ins Visier der Ermittlungen gerät. Wie würden Sie Ihre Rolle selbst beschreiben?

Nora ist ein sehr einsamer Mensch. Sie lebt zurückgezogen in ihrer eigenen Welt, ist sozial und emotional ausgehungert. Sie sehnt sich nach Freunden und Halt. In diesem Zustand setzen Empathie und Verstand bei ihr aus und sie wird gefährlich, besonders für die Menschen, die sie mag und bei sich haben will.

Dass Sie herausfordernde Rollen mit Bravour meistern, haben Sie bereits bewiesen und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Worin lag für Sie in der Rolle des Bremer "Tatorts: Blut" der größte Reiz?

Mich hat die Polarität der Figur angezogen, dieser zarte, schüchterne Mensch, der solche Dämonen in sich trägt und im "Rausch" zu so viel Grausamkeit fähig ist. Das und ihren Wahnsinn zu ergründen haben mich sehr an der Rolle interessiert. Ich finde die Geschichte vor allem auch sehr traurig, das war auch die große Herausforderung, ihre innere Dramatik glaubhaft zu verkörpern.

Und worin lagen die größten Herausforderungen bei den Dreharbeiten?

Besonders die emotionalen Szenen zwischen Nora und ihrem Vater (Anm. Cornelius Obonya) waren sehr herausfordernd für mich. Darin musste ich zeigen, was Nora für ein zerbrochener Mensch ist und welche Konflikte und Ängste sie zu diesem "Monstrum" werden lassen. Das war herausfordernd, es ist ja viel schwieriger für mich, mich emotional zu gefährden und zu zeigen, als körperlich.

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