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Die Kommissare Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek, r) und Markus Rettenbach (Ben Becker, l) gehören zu den Ermittlern, die der Polizeipräsident in ein leerstehendes Tagungshotel geladen hat. Sie sollen als Team eine Mordserie stoppen.
Die Kommissare Franz Mitschowski und Markus Rettenbach gehören zu den Ermittlern, die der Polizeipräsident in ein leerstehendes Tagungshotel geladen hat. Sie sollen als Team eine Mordserie stoppen. | Bild: WDR / Tom Trambow

Neben den vielen Kameras für den Filmdreh gab es am Set noch ein weiteres Kamerateam, das den Dreh zu diesem »Tatort« dokumentierte. Hierzu zählten auch kurze Interviews mit den Schauspieler*innen und dem Regisseur, die am Set unmittelbar nach Drehschluss eingefangen wurden …

Jan Georg Schütte

»Das ist schon immer ein Mega-Aufreger. Die Schauspieler haben fast nicht geschlafen heute Nacht – ich auch nicht. Denn keiner von uns weiß so richtig, was passiert – ich auch nicht. Ich bin ja eigentlich einer, der gerne einfach ein Spielbrett baut und auf dem Spielbrett dürfen die Schauspieler dann tanzen. Doch jetzt war es so: Nee, die dürfen nicht irgendwie tanzen, das muss in eine bestimmte Richtung gehen – und es ist ja eine ernste Geschichte, diesmal keine Komödie. Es ist halt ein Trip, diese Art zu drehen, und wenn sie den erwischen, dann ist es – glaube ich – einzigartig.«

Charly Hübner

»Improvisieren ist die schönste Form des Spielens. Doch hier hast du die Vorgabe Krimi, es geht auch um Tote. Das ist eine andere Ernsthaftigkeit, es ist nicht parodiert. Du musst sozusagen in irgendeiner Art dramaturgisch zum Ziel kommen – ‚Plot Impro‘ nicht ‚Character Impro‘: ‚Plot Impro‘! Es ist unsere Aufgabe, dass es am Ende auch um eine Mordaufklärung geht, bei der wir eventuell helfen können. Es war dann in mir die größte Ruhe zu wissen, man hat jetzt ein eigenes System, auf das man sich fußen kann. Aber wie dann mit dem umgegangen wird in der Impro, das weißt du vorher nicht.«

Bjarne Mädel

»Wir hatten für uns ein System im Kopf, was für eine Art Team wir zusammenstellen wollen, haben aber vorher nicht festgelegt, wen wir wohin setzen werden auf welche Position. Und das war so ein bisschen der Spaß beim Dreh, zu gucken, welche von diesen Figuren oder auch Kollegen passt jetzt wohin. Als Coaches mussten wir so tun, also ob wir wissen, wie das alles geht. Aber wir haben es ja auch in diesem Moment erfunden, das war manchmal echt hart auszuhalten, wenn sieben gestandene Kollegen dich angucken und fragen: Wie geht der Film denn jetzt weiter?«

Ben Becker

»Also wenn ich eine Figur spiele, dann habe ich einen genau dramaturgisch geführten Bogen. Ich weiß genau, was ich mache. Hier bin ich – und damit habe ich echt nicht gerechnet – auf fast bösartige Weise aufs Glatteis geführt worden. … Und dann dieser von mir gespielte epileptische Anfall, wo Herr Schütte auf einmal auf sein eigenes Werk reinfällt und der Erste ist, der sagt: »Ben, geht es dir gut?« … Das war schon sehr, sehr komisch. … Michael Douglas hat mal gesagt, die Kamera ist kein Maschinengewehr, bei 36 Kameras bin ich mir da nicht mehr so sicher! Also ich tanze gerne auf dem Seil und da muss man halt aufpassen, dass man nicht runterfällt und das war hier ein paar Mal ganz kurz davor, wie im wirklichen Leben.«

Jörg Hartmann

»Es ist eine Gratwanderung gewesen. Es war echt nicht leicht, diesen ganzen Ritt zu bewältigen, fünfeinhalb Stunden lang an einem Tag am Stück improvisieren. Wir haben mit Kommissar Faber und Kommissarin Bönisch ja Figuren, die haben wir über die Jahre kennenlernen dürfen, aber ich habe mich jetzt doch gefragt, ob es wirklich von Vorteil war. Denn beim »Tatort« dürfen wir nicht ermitteln: Das können wir nur, weil es im Drehbuch steht.«

Anna Schudt

»Als Ermittler ist es schon gut, wenn uns jemand ein paar kluge Sätze schreibt. Ich würde sagen, wir haben schwer daran gearbeitet, unseren Figuren ein Gleichgewicht zu geben. Es war auf jeden Fall etwas anderes und wir haben Dinge preisgegeben, die wir normalerweise nicht zeigen. Ich finde das super, wenn einmal nichts zwischen dem Impuls und dem Machen steht, das ist spannend für die Figuren. Das mal zu erleben, war wirklich toll!«

Elena Uhlig

»Der Tatort ist das Tafelsilber der ARD, wie wir wissen. Da kannst du nicht sagen: ‚Komm wir treffen uns einfach mal lustig munter.‘ Ich habe das Gefühl, dass die Anspannung bei diesem Projekt viel größer war. Die Bedingungen, die Kameras sind die gleichen wie bei »Klassentreffen«. Aber was für ein Aufgebot hier stattfindet, das ist schon besonders.«

Friedrich Mücke

»Es gab heute auch Momente, wo ich mich sehr, sehr wohl gefühlt habe, teilweise wohler als mit Script. Das hatte viel mit Vertrauen zu tun und, dass man Dinge tut, die vielleicht hier und da über Grenzen gehen.«

Nicholas Ofczarek

»Das Wichtige am Improvisieren ist, erstmal, dass man ziemlich »leer« reingeht, sich nichts vornimmt und die Partner akzeptiert. Ich weiß aus meiner Theaterimprovisationszeit, dass die Gefahr, zu viel zu quatschen, sehr groß ist und des Originell-Sein-Wollens … Ich dachte mir, ich finde es ganz interessant, wenn das so ein Bulle ist, der Menschen scannt, Menschen beobachtet, sich erst ein Bild macht. Der Nebeneffekt könnte natürlich sein, dass man sich denkt: Wieso bringt der sich nicht so ein? Hat der was zu verbergen?«

Friederike Kempter

»Insgesamt – für mich als Schauspielerin – war es natürlich eine große Herausforderung und mit einer großen Aufregung verbunden, weil man nicht weiß, was einen erwartet. Gleichzeitig die Situation aufnehmen, zu bewerten, zu reagieren, das macht auch den Reiz der Sache aus. Ich hatte große Lust, sowas mal auszuprobieren … Man weiß, es gibt den einen Moment, der zählt und es gibt keine Wiederholung davon. Entweder der sitzt oder er sitzt nicht. Das heißt, der schafft es dann vielleicht nachher in den Film oder auch nicht!«

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