Interview: Anna Pieri Zuercher als Kommissarin Isabelle Grandjean

Lässt nicht locker: Kommissarin Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher, vorne), Kommissarin Tessa Ott (Carol Schuler, hinten)
Lässt nicht locker: Kommissarin Isabelle Grandjean, Kommissarin Tessa Ott  | Bild: ARD Degeto/SRF / Sava Hlavacek

Wer ist Isabelle Grandjean?

Isabelle Grandjean kommt aus La Chaux-de-Fonds. Ihre Muttersprache ist Französisch. Deswegen hat sie diesen charmanten, französischen Akzent. Neben der Polizeischule absolviert sie ein Fernstudium in Jura. Sie hat gelernt, schnell, stark, bereit und klug zu sein. Sie war zwar die Beste in ihrem Studium, aber gleichzeitig auch sehr einsam. Mit dem Studium, der Erfahrung als Polizistin und einer Empfehlung ihres Vorgesetzten in der Tasche, bewarb sich Isabelle im Jahr 2000 beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, wo Carla del Ponte als neue Chefanklägerin gerade dabei war, ihr Team zusammenzustellen. Auch wenn Isabelles Glauben an eine gerechte Welt in Den Haag erschüttert wurde, erträgt sie es nach wie vor nicht, wenn nicht für alle derselbe Grundsatz gilt, nämlich, dass vor dem Gesetz alle gleich sind. Ihr täglicher Kampf für Gerechtigkeit ist ihr Credo, denn eigentlich möchte sie die Welt retten.

Wie würden Sie das Verhältnis von Isabelle Grandjean zur neuen Kollegin Tessa Ott beschreiben?

Sie sind nicht vom ersten Moment an beste Freundinnen. Isabelle hatte nichts und musste sich alles erkämpfen. Auch, dass sie studieren konnte, war nicht selbstverständlich. Dann kommt diese junge Tessa Ott vom Zürichberg. Das ist nicht einfach für Isabelle. Aber trotzdem sieht sie etwas in Tessa. Doch wegen Isabelles tiefsitzender Angst, dass alle Menschen, mit denen sie sich verbunden fühlt, verletzt werden oder sterben könnten, fällt es ihr schwer, Bindungen aufzubauen. Sie ist gern für sich allein. Es gibt also immer das innere Hin und Her zwischen den beiden Frauen. Einerseits bewundert sie Ott und andererseits stößt sie sie weg.

Was macht diesen neuen Schweizer "Tatort" besonders?

Die Zuschauer werden ein neues Team an einem neuen Ort entdecken. Ich finde alle Schauspielerinnen und Schauspieler im neuen Zürcher "Tatort" großartig. Es gibt ein großes Vertrauensverhältnis zwischen uns, das sich meiner Meinung nach schon in der ersten Folge widerspiegelt. Wir sind Kolleginnen und Kollegen am Set, aber auch privat sehr gut befreundet, wir hatten und haben sehr viel Spaß an der Zusammenarbeit. Ich hoffe, dass diese Energie auf dem Bildschirm zu sehen sein wird. Carol und ich sind bereits ein vertrautes Team und werden neue, spannende Fälle aus Zürich liefern.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Wir haben eng mit der Kantonspolizei Zürich zusammengearbeitet und hatten dabei die Gelegenheit, die echten Ermittlerinnen zu treffen. Das war sehr spannend. Wir konnten ein Schießtraining absolvieren und haben den Ermittlerinnen bei der Arbeit über die Schulter geschaut. Auch haben wir viel mit den beiden Drehbuchautoren über unsere Charaktere gesprochen, um den Figuren Tiefe und Kontrast verleihen zu können. Das war sehr motivierend.

Welche Krimis schauen Sie privat?

"Tatort" natürlich!! (lacht)

Sie waren während den 1980er-Unruhen ein Kleinkind. Was bedeutet Ihnen diese Zeit? Haben Sie einen Bezug dazu?

Ich war während dieser Unruhen noch sehr jung und erinnere mich nicht mehr daran. Aber die Forderungen der damaligen Zeit sind auch heute noch gültig. Zum Beispiel haben die großen Institutionen, die großen Theater oder Opern schon immer viele Mittel vom Staat erhalten. Aber die kleineren Institutionen müssen weiterhin selbst über die materiellen Mittel verfügen, um ihre Projekte zu verwirklichen, was für sie nicht immer einfach ist. Es ist sehr wichtig für den Staat, auf die Forderungen und Sorgen der Jugendlichen zu hören, und das gilt für alle Themen: das Klima, die Politik, die Kultur usw.

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