"Ein sehr klassischer, aber extrem gutgebauter Krimi"

Meret Becker über ihre Rolle Nina Rubin

»Nina Rubin weiß, was es bedeutet, bei der Streife zu arbeiten. Allein die Tatsache eine Schusswaffe zu tragen, setzt ja letztlich voraus, diese im Zweifel auch zu gebrauchen. Das ist etwas, was sie bei ihrem eigenen Kind nicht erträgt. Sie traut ihm auch nicht zu, dem gewachsen zu sein, weder technisch noch psychologisch. Nina weiß, wie schwer eskalierende Situationen zu kontrollieren sind und wie leicht man hingegen die Übersicht verlieren kann. Zudem hadert sie teilweise mit sich selbst, wie weit sie ihren eigenen Beruf verkraftet – z. B. macht sie das Überbringen von Todesnachrichten tief traurig und müde. Als Nina ihren Beruf ergriffen hat, hat sie das getan, um etwas besser zu machen. Es ist aber keineswegs der Beruf, den sie ihren Kindern wünscht. Also möchte sie ihren Sohn schützen, auch wenn es gegen seinen Willen ist.«

»Mark Waschke über den "Tatort: Der gute Weg"«

»In diesem 'Tatort' ist der Sohn von Nina Rubin, Tolja Rubin, in eine Schießerei verwickelt, wobei es am Ende auch zwei Tote gibt. Tolja macht ein Praktikum bei der Streifenpolizei und da passiert dieses Desaster. Ich finde, dieser 'Tatort' ist kein gewöhnlicher Whodunit. Es gibt sehr viele Verwicklungen, die ich jetzt nicht verraten möchte.«

Regisseur Christian von Castelberg über die Arbeit an diesem "Tatort"

»Dieser 'Tatort' ist ein sehr klassischer, aber extrem gutgebauter Krimi – sehr spannend. Christoph Darnstädt hat das perfekt ineinander gebastelt und das ist für die Regie eine gute Herausforderung, Emotionen und Spannung in die einzelnen Momente reinzubringen.«

Autor Christoph Darnstädt über die Berliner Krimis für die "Tatort"-Reihe

»Das Besondere am 'Tatort' Berlin ist für mich, dass ich ihn sehr atmosphärisch finde. Von Anfang an habe ich die Berliner gesehen. Bei den Fällen mit Rubin und Karow fällt auf, dass sehr viel über die Stadt erzählt wird. Es werden viele Motive und Schauplätze gezeigt, ich mag den Tonfall – es hat etwas sehr Berlinerisches: trocken, kurz, die Arbeit schnell erzählt. Für mich tatsächlich – und das sag' ich nicht als Autor, sondern als Zuschauer – meine Lieblings-'Tatort'-Reihe.«

Cooky Ziesche, Leiterin der rbb-Abteilung Film

»Christoph Darnstädt  siedelt seinen neuen Fall in einem Milieu an, das im 'Tatort' zu selten Aufmerksamkeit findet: der Streifenpolizei. Ihm gelingt nicht nur ein packendes emotionales Drama und ein spannender Krimi, er beschreibt sehr plastisch den harten Arbeitsalltag der Polizisten, die auf Berliner Straßen für Ruhe und Ordnung zu sorgen haben. Was passiert mit einem Menschen, der eine Waffe trägt und in eine emotionale Ausnahmesituation gerät?

Die Inszenierung des Regisseurs Christian von Castelberg oszilliert zwischen Anteilnahme und Abstoßung. Das mehrdimensionale Bild, das entsteht, ist auch eine Hommage an einen Berufsstand, dem in der Öffentlichkeit zu wenig Achtung entgegen gebracht wird.«

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