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Dubai: Tourismus ohne Grenzen

PlayLiegen, Schirme und Badegäste an einem Strand
Dubai: Tourismus ohne Grenzen | Bild: BR

Unbeschwert dem Sonnenuntergang entgegen: Kamelreiten in der Wüste ist wieder gut gebucht in Dubai. Vermögende Touristen aus aller Welt genießen die neue Freiheit. Corona scheint weit weg. 200 Euro kostet das De-Luxe-Paket pro Kopf für einen Abend mit Kaltgetränken, Snacks und exquisitem Dinner. So lässt sich die Tristesse zu Hause leicht vergessen.

Offenes Dubai

Seit letztem Sommer schon ist Dubai offen. Das Drehkreuz am Golf lockt Touristen aus aller Welt mit maximaler Freiheit und minimalen Einschränkungen: Hotels, Geschäfte, Restaurants sind offen. Bis zu sieben Personen sind pro Tisch erlaubt. Keine Ausgangssperre. Keine Quarantäne. Bei der Einreise reicht ein negativer Test.
Die Offenheit ist aus der Not geboren. Mit dem harten Lockdown vor einem Jahr brach auch der Tourismus ein. Jeder zehnte Arbeitsplatz hier hängt an der Branche. Zehntausende ausländische Arbeiter mussten zurück in ihre Heimat. Die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate stand auf der Kippe. Der Druck war groß. Mit der Öffnung kam die Wende: Luxushotels sind tatsächlich wieder gut belegt.

Schnäppchen und Rabatte

Es locken Schnäppchenpreise und Rabatte: Mit Flug für zwei Personen schon ab 1300 Euro. Alles fühlt sich fast schon wieder an wie vor der Pandemie. Am Strand sind Maskenträger rar, dafür Cocktails in allen Varianten, zur Happy Hour halb so teuer. Auch deutsche Gäste genießen Sonne, Strand und schöne Sicht, als ob es Corona nicht mehr geben würde.

Dass es in den autokratisch regierten Emiraten um Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenrechte nicht allzu gut bestellt ist, bereitet manchem Touristen ein wenig Bauchschmerzen, aber die Freude am Urlaub will sich dadurch letztlich niemand verderben lassen. Gerade auf den Golfplätzen von Dubai tummeln sich zur Zeit sehr viele Deutsche. Massenansammlungen sind zwar verboten, kleine Gruppen aber ganz normal.

Michael Kloep lebt schon seit 15 Jahren auf seinem schicken Hausboot, das er deutschen Gästen gerne präsentiert. Der Unternehmensberater aus Neuss hat es sich am Golf gemütlich eingerichtet. Selten hatte er so viel Besuch aus Deutschland wie in diesen Tagen, wie er uns erzählt: "Alle Bekannten, die hier zu Besuch waren, haben nie irgendwelche Probleme bekommen. Die meisten, die kommen, sagen, sie wollen die Freiheit haben, in Restaurants zu gehen oder andere Sachen zu machen."

Hohe Infektionszahlen

Die Politik der Offenheit allerdings hat einen Preis. Die Infektionszahlen schnellten zum Jahreswechsel in den Emiraten in die Höhe. 4000 Neuinfektionen pro Tag bei zehn Millionen Einwohnern. Die Inzidenz fast viermal höher als in Deutschland. Dubai gilt seither als Hochrisikogebiet, auch wenn die Zahlen mittlerweile wieder fallen, es nicht viele Tote gibt.

In Impfzentren wie diesem läuft ein Wettlauf gegen die Zeit. Alles ist straff durchorganisiert: Registrierung, Aufklärung, Gesundheitscheck. Auch für Ausländer mit Wohnsitz Dubai ist die Spritze kostenlos. Mittlerweile sind alle über 40 dran. Wer mit Kunden arbeitet, hat Vorrang. Auf 100 Einwohner wurden mittlerweile schon 64 Dosen verspritzt – ein Spitzenwert weltweit.

Zunächst gab es nach einer Notfallzulassung vor allem Sinopharm aus China. Der Impfstoff wird mittlerweile in den Emiraten produziert. In großen Mengen wurde aber auch Astra Zeneca und Pfizer beschafft. Der Preis dafür war wohl eher nebensächlich. Auch für Touristen könnte es schon bald ein Impfangebot geben. Das dürfte einen Ansturm auf das Emirat auslösen.

Autor: Daniel Hechler, ARD Kairo

Stand: 14.03.2021 20:25 Uhr

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