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Weltspiegel

Schweiz: Risiko Jodeln

Eigentlich stand die Schweiz nach der ersten Corona-Welle wieder ganz gut da. Aber jetzt nehmen die Neuinfektionen rasant zu. Diese Woche haben sich die Fälle im Vergleich zur Vorwoche sogar verdoppelt. Und dabei geriet auch eine tief verwurzelte Tradition in die Schlagzeilen: das Jodeln. Bei einem Jodel-Konzert im Kanton Schwyz waren 600 Besucher – und es soll zu Ansteckungen gekommen sein. Ein Krankenhaus im Kanton Schwyz veröffentlichte daraufhin ein Video mit dem Aufruf, endlich Masken zu tragen: "Es ist Zeit zu handeln", sagen die Ärzte. Der Kanton Schwyz gilt auch in Deutschland als Risikogebiet.

Polen: Gesundheitssystem vor Kollaps?

Die zweite Corona-Welle hat Polen mit Wucht getroffen: Mehr als 9000 Neuinfektionen gibt es am Tag und das Gesundheitssystem des Landes war schon vorher am Limit. Rettungswagenfahrer mit Patienten werden häufig fortgeschickt, weil es in manchen Krankenhäusern keinen Platz mehr für sie gibt. Das hat Rettungssanitäter Ariel Szczotok schon einige Male so erlebt: Lebensbedrohliche Wartezeiten entstehen. In den Krankenhäusern fehlt es an Ausrüstung, Personal und an geregelten Abläufen, beklagen Ärzte.
Um einen zweiten Lockdown zu verhindern, greift die Regierung nun zu drastischen Maßnahmen: Die Maskenpflicht gilt für alle Polen in der Öffentlichkeit. Aus Sorge um ältere Risikogruppen dürfen vormittags nur Senioren in den Geschäften einkaufen. Und um Kapazitäten zu schaffen für Covid-19 Patienten, werden nun landesweit Messen und Hallen umgerüstet.

Russland: Bald Massenimpfungen gegen Corona?

Moskaus Bürgermeister Sobjanin stellt schon Massenimpfungen gegen Corona im Dezember oder Januar in Aussicht. Er setzt dabei auf die zügige Produktion des russischen Impfstoffs "Sputnik-V", der als weltweit erster zugelassen wurde, obwohl die dritte Testphase noch läuft. Viele Russen sind skeptisch, während die Regierung den Impfstoff bereits ins Ausland verkauft.

New York: Covid-19 als Wahlkampfhelfer für Trump?

New York City gilt als Hochburg der Demokraten, allerdings nicht in jedem Stadtteil. Wo eine Mehrheit 2016 Trump und die Republikaner gewählt hatte, gab es in den letzten beiden Wochen die meisten positiven Covid-19 Testergebnisse. Zufall? Wegen des folgenden lokalen Shutdowns kam es in einem betroffenen ultraorthodoxen jüdischen Stadtteil, Borough Park, zu Demonstrationen und gewalttätigen Übergriffen. Angeheizt wurde die Stimmung besonders von Aktivist Heshey Tischler.

Kuba: Vier "Ehefrauen" für den Wandel

Sie präsentieren Kuba am liebsten elegant: Die "Fourwives", die vier Ehefrauen, wie sie sich nennen, organisieren auf der sozialistischen Karibikinsel große Partys und Shows. Zum Beispiel für Madonna, die 2016 in Havanna ihren Geburtstag feierte. Die Frauen wollen der Welt ein Kuba abseits der Klischees von Rum, Tabak und Oldtimern zeigen. Sie sind Unternehmerinnen, Macherinnen – damit fallen sie auf im Einparteienstaat. Ihre Hauptkunden sind gut betuchte Touristen, viele aus den USA. Doch seit Präsident Trump Kuba mit Sanktionen überzogen hat, brach der US-Tourismus ein. Dann kam Corona. Hoffnungen auf Amerika wurden enttäuscht.

Griechenland: Mit Windkraft zur "Batterie Europas"

Inselbewohner und Naturschützer schlagen Alarm: Die Ägäis steht vor der größten menschengemachten Veränderung ihrer Geschichte. Die einzigartige Landschaft mit ihren zahlreichen Inseln, wie deutsche Touristen sie lieben, wird es womöglich in zehn Jahren so nicht mehr geben. Der Grund sind gigantische Windkraftanlagen, die auf den kleinen Felseninseln, aber auch auf Amorgos oder Kreta errichtet werden sollen. Pro Windkraftanlage wird so viel Beton wie für ein sechsstöckiges Wohnhaus verbaut. Dazu kommen notwendige Straßen und Häfen. Das Ziel: bis 2030 die Energiewende zu erreichen und zur "Batterie Europas" zu werden. Nach einer Laufzeit der Windräder von etwa 20 Jahren könnte alles brachliegen, aber das Naturparadies wäre für immer zerstört. Ist dieser Preis zu hoch, fragen viele Griechen.

Türkei: Kinderarbeit geduldet

Blitzschnell pflücken die zarten von dünnen Handschuhen geschützten Finger der zehnjährigen Sevilay bei 32 Grad im Schatten Baumwolle auf einem Feld im Südosten der Türkei. Jeden Herbst gehe das so fast zwei Monate, erzählt Sevilay. Die Schule müsste dann ausfallen. Der einzige Trost: Sie ist nicht alleine. Neben ihren Eltern und erwachsenen Verwandten stehen ihre Cousinen und Cousins, Kinder so wie Sevilay, neben ihr auf dem Feld. Kinderarbeit ist immer noch ein großes Problem in der Türkei. Zwar ist sie verboten, doch mehrere hunderttausend Kinder müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten und die Behörden schauen weg.

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