Dirk Borchardt als Thomas Sonnefeld

genannt „Der Uhrmacher“

Jan (Torben Liebrecht) und „Mütze“ (Lara Mandoki) suchen nach einer geheimnisvollen Waldhütte.
Jan und „Mütze“ suchen nach einer geheimnisvollen Waldhütte. | Bild: ARD Degeto / Frank Dicks

Dirk Borchardt als Thomas Sonnefeld, genannt „Der Uhrmacher“

Thomas Sonnenfeld, mittlerweile 50 Jahre alt, genannt „Der Uhrmacher“, war zunächst RAFAktivist, bevor er als Spitzel für den Verfassungsschutz arbeitete. 1997 war er einer der Bewohner der Jagdhütte am Wilzenberg.

Interview mit Dirk Borchardt

Wie würden Sie den „Uhrmacher“ beschreiben und was hat Sie an der Rolle gereizt?

Für mich war der Uhrmacher eine Art Racheengel. Er begeht ja Verbrechen, weil er vor langer Zeit seine große Liebe verloren hat. Der beste spielbare Grund einer Figur für Rache: die Liebe! Zudem greift unsere Liebesgeschichte für mich auch die Frage nach einer dritten RAF-Generation auf. Zwar nicht vordergründig, aber es schwingt mit. Das fand ich interessant. Da ist ja einiges noch nicht ganz geklärt, und es gibt viele unterschiedliche Meinungen dazu. Es gibt ja die journalistische These des RAF-Phantoms: Einige Morde der 90er-Jahre seien in Wahrheit von Geheimdiensten begangen worden. Somit war der Uhrmacher für mich auch eine fiktive Figur, der von den Geheimdiensten früh zerstörten und dann „benutzten“ dritten Generation der RAF. Die Verfassungsschützer in unserer Geschichte sind ja auch nicht die „Guten“. Der Uhrmacher aber natürlich auch nicht. Sein Motiv ist nur etwas „nachvollziehbarer“.

Haben Sie schon mal was mit dem Verfassungsschutz zu tun gehabt?

Ich habe lustigerweise mal bei einer Sturm-Wetter-bedingten, schneeverwehten und abgebrochenen Zugfahrt mit einem Verfassungsschützer zusammen einen Mietwagen gechartert. Es war der letzte bei einem Autovermieter am Bahnhof und weil wir dasselbe Ziel, nämlich Köln, hatten, haben wir uns den Wagen geteilt. Wir sind natürlich ins Gespräch gekommen und nach einigem Nachfragen stellte er sich als Verfassungsschützer heraus. Ich hab‘ ihn dann einfach alles gefragt, was ich wissen wollte. Es war somit eine sehr interessante Fahrt und er hatte durchaus offene und liberale Ansichten. Ob das nun seine Ausbildung war und seine psychologisch geschulte Wohlfühl-Gesprächsführung, die er angewendet hat, oder sein wirklich offener und herzlicher Charakter, werde ich wohl nie erfahren.

Wie würde Dirk Borchardt sein Verhältnis zu Journalisten beschreiben?

Ein scheues Reh im Unterholz fliegt am liebsten unter dem Radar, wenn es denn fliegen könnte.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Regisseur Felix Herzogenrath und Ihren Schauspielkolleg:innen erlebt?

Intensiv, konzentriert. Mit humorvollen Kolleg:innen zu arbeiten ist immer schön. Arbeitszeit ist Lebenszeit.

Sie arbeiten als Schauspieler, Regisseur und auch als Choreograph für Kampfszenen – wie kam es dazu?

Ich habe damit in meiner Theaterzeit angefangen, weil ich mich viel mit Kampfkünsten und Bewegung beschäftigt habe. In den letzten Jahren „spiele“ ich aber nur noch und meditiere mehr und laufe und kraxle in der Natur rum. Aber manchmal vermisse ich die Arbeit als Kampfchoreograph. Ich hatte mit zwei Freunden eine kleine Stunt-Firma in Berlin.

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