Interview mit Linus Geschke

Bestseller-Autor und Journalist

Jan (Torben Liebrecht) und „Mütze“ (Lara Mandoki) suchen nach einer geheimnisvollen Waldhütte.
Jan und „Mütze“ suchen nach einer geheimnisvollen Waldhütte. | Bild: ARD Degeto / Frank Dicks

Jan Römer und Mütze sind Journalisten – was hat Sie, neben Ihrer eigenen Profession, an diesem Ermittlerteam gereizt?

Ganz sicher die Freiheiten, die man den beiden geben kann. Professionelle Ermittler:innen sollten sachlich bleiben, den Fakten folgen. Sie dürfen manche Fragen nicht stellen, wenn sie realistisch wirken sollen. Bei Journalist:innen sieht dies anders aus: Hier geht es um die Story, um Glaubwürdigkeit und um andere Ansätze. Sie sind keine Profis, was die Aufklärung von Morden angeht, und dürfen deshalb auch naiver vorgehen, mehr aus dem Bauch heraus.

Was ist das Besondere an den beiden Hauptfiguren?

Welche Nebenfiguren stechen heraus? Sicher das Verhältnis der beiden untereinander. Jan ist von Natur aus eher konservativ, angepasst, und Mütze das genaue Gegenteil. Sie sind gewiss nicht immer einer Meinung, versuchen aber stets, einen Konsens zu finden – was ich in der Gesellschaft momentan manchmal vermisse. Ich weiß nicht, ob man Arslan eine Nebenfigur nennen kann, aber über die ganze Reihe hinweg hat er sich zu meinem Liebling entwickelt – und zu dem der Leser:innen, wenn ich den Bewertungen glauben kann. Er ist der, den man gerne als Freund haben will. Der mit der großen Klappe, der harten Schale und dem weichen Kern. Ungestüm, loyal und kaum berechenbar – fast ein türkischer Schimanski. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn seine Rolle in den nächsten Verfilmungen noch größer werden würde.

Sie sind selber Journalist. Wieviel Linus Geschke steckt in der Verfilmung und in Jan Römer?

Das ist eine häufig gestellte Frage, die schwer zu beantworten ist. Jan Römer ist sicher nicht mein Alter Ego, aber von allen erfundenen Protagonisten wahrscheinlich der, der mir persönlich am nächsten steht. Zumindest mag er die gleiche Musik und denselben Fußballverein – allein das verbindet schon ...

Sie haben 2018 in Sozialen Medien den Verkauf der Filmrechte kundgetan und zu Vorschlägen für die Besetzung aufgerufen. Sind Sie denn mit dem Cast und der Verfilmung einverstanden?

Rein optisch betrachtet entsprechen in der Verfilmung zwar weder Jan noch Mütze noch Arslan zu 100 Prozent der Buchvorlage, aber sie verkörpern sie auf eine Weise, die fast schon unheimlich ist. Seit ich Torben Liebrecht, Lara Mandoki und Kais Setti zum ersten Mal in ihren Rollen gesehen habe, kann ich mir meine eigenen Figuren nicht mehr vorstellen, ohne deren Gesichter vor Augen zu haben. Genauso geht es mir auch mit der Verfilmung an sich , gerade das Ende weicht stark von der Vorlage ab (natürlich finde ich mein Ende besser!), aber das tut der Liebe keinen Abbruch. Wie die Kamera die Stimmung eingefangen hat, das Geflecht der Beziehungen, ist grandios. Auch der unheilvolle Unterton, der im Buch mitschwingt, wurde perfekt visualisiert. Ich kann dem Regisseur und allen Beteiligten gar nicht genug dafür danken, die Geschichte und die Figuren darin so gekonnt zum Leben erweckt zu haben.

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