Peter Davor als Edmund Münch

Jan (Torben Liebrecht) und „Mütze“ (Lara Mandoki) suchen nach einer geheimnisvollen Waldhütte.
Jan und „Mütze“ suchen nach einer geheimnisvollen Waldhütte. | Bild: ARD Degeto / Frank Dicks

Peter Davor als Edmund Münch

Edmund Münch, heute 66 Jahre alt, war Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und ist jetzt im Vorruhestand. Er ist der ehemalige Hausherr der Jagdhütte, die als Safehaus gedient hat.

Interview mit Peter Davor

Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben?

Edmund Münch ist ein Mann, dessen Fähigkeit, strategisch zu denken und Bedürfnisse, Schwächen, Reaktionsmuster zu erspüren in dem Talent kulminiert, Menschen zu manipulieren und im Sinne des jeweiligen Projekts einzusetzen. Das Ziel mag sinnvoll sein, die Absicht edel, die Mittel aber gegebenenfalls dreckig. Doch hat Münch damit zu leben gelernt, hat es lernen müssen, denn Kollateralschäden sind nicht nur bedauerlich, sie sind unvermeidlich. Über dem Schmutz des Tagesgeschäfts, so Münchs Universum, steht die Pflicht, das „Projekt": der Schutz der Verfassung. Und die verdient es, geschützt zu werden – fast um jeden Preis.

Sie blicken auf viele Rollen in Kriminalserien und -filmen zurück. Was hat Sie an der Rolle des Edmund Münch gereizt?

Die Wortkargheit. Der Mann bleibt ein Geheimnis. Er doziert nicht über seine Absichten, legt seine Gedanken nicht offen, kurzum: Er erklärt sich dem Zuschauer nicht. Er agiert. Ein Blick, eine winzige Geste, eine scheinbar absichtslos dahingeworfene Bemerkung genügen, um etwas zu erzählen – zwar nicht unbedingt mit der Eindeutigkeit des gesprochenen Wortes, aber gerade in dem Diffusen, dem Nichtwissen, in der Frage liegt die Spannung. Und wieviel spannender ist es, durch die bloße mimische oder gestische Andeutung einen Film zu machen, der sich nicht vor seinen Augen, sondern in seinem Kopf abspielt. Ergo: Ich als Schauspieler freue mich, wenn ich etwas spielen und nicht nur, überspitzt gesagt, ein bebildertes Hörspiel besprechen darf …

Haben Sie schon mal mit dem Verfassungsschutz zu tun gehabt?

Leider – oder sollte ich sagen glücklicherweise? – nein.

Wie haben Sie Ihre Zusammenarbeit mit Regisseur Felix Herzogenrath und Ihren Schauspielkolleg:innen erlebt?

Felix schaffte einen freundlichen, entspannten, dabei gleichzeitig konzentrierten Rahmen und ließ mir innerhalb dessen Raum, mich zu entfalten – eine Arbeitsweise, die ich schätze, bindet sie mich doch einerseits in sein Konzept ein und lässt mir andererseits die Zügel: Beide Ideen verschmelzen. Sowas nennt man im wahrsten Sinne der Worte „fruchtbare Zusammenarbeit“, und genau so habe ich es empfunden. Aber auch abgesehen vom professionellen Standpunkt habe ich Felix schlichtweg als freundlich, aufmerksam, respektvoll erlebt. Kurzum: Felix hat es mir leicht gemacht, Vertrauen zu fassen. Und Vertrauen am Set ist Gold wert. Torben Liebrecht habe ich schon vor Jahren bei einer anderen Produktion kennengelernt und hatte ihn als sehr angenehmen Kollegen in Erinnerung. Es macht Freude, mit ihm zu arbeiten. Überhaupt habe ich die Atmosphäre im Ensemble kollegial, entspannt und auf eine unangestrengte Weise als fokussiert empfunden.

Lesen Sie privat Kriminalromane?

In letzter Zeit seltener. Die Krimi-Lust kommt und geht in Wellen. In meiner Krimi-Hochphase habe ich Stieg Larssons Millenium-Trilogie und den Wallander-Zyklus von Henning Mankell verschlungen.

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