Interview mit Kida Ramadan

Regie, Drehbuch, Hauptrolle

Zurück in seinem Kiez: Nabil (Kida Ramadan).
Zurück in seinem Kiez: Nabil. | Bild: ARD Degeto / Tim Rosenbohm

In Ihrem neuen Film sind Sie nicht nur vor der Kamera zu sehen. Sie haben auch die Regie übernommen und mit produziert. Was war Ihr Antrieb?

Als Schauspieler konnte ich ja bereits genug Erfahrungen sammeln. Und was die Regie betrifft: Ich habe keine Angst davor, ins kalte Wasser zu springen. Mir war es wichtig, einen schönen Film zu machen, auf den ich später stolz sein kann, und ich hoffe, dass ich genau das umgesetzt habe.

Können Sie sich diese Doppelbelastung auch in Zukunft vorstellen?

Wenn ich nochmal einen Film oder eine Serie drehe, werde ich diese Doppelbelastung nicht mehr durchziehen, sondern nur Regie machen. Ein kleiner Gastauftritt, mal kurz vor die Kamera treten, das ist auf jeden Fall drin. Mehr aber nicht! Die Arbeit als Regisseur ist eine Leidenschaft von mir geworden. Deshalb wird es in Zukunft mehr von mir zu sehen geben. Bald kann ich mehr zu meinem neuen Projekt verraten.

Am Drehbuch waren Sie ebenfalls maßgeblich beteiligt. Was hat Sie zur Story inspiriert?

Man verspürt immer Sehnsucht nach dem Ort, von dem man kommt oder zu dem man möchte. Diese Sehnsucht ist etwas Schönes, man sollte sie nie verlieren. In einer idealen Welt hätte jeder die Freiheit, dorthin zu gehen, wohin er möchte. In der Realität ist das leider nicht der Fall. Ich fahre in den Libanon, wenn es gerade möglich ist, und dafür bin ich sehr dankbar. Das werde ich nie als selbstverständlich ansehen.

Die Geschichte des Films wird auf sehr berührende Weise in einem Satz Ihrer Figur Nabil zusammengefasst: „Mein Leben hat sich gelohnt, denn ich konnte meiner Tochter zeigen, wo ich herkomme.“ Trifft der Satz auch auf Sie zu? Was bedeutet der Libanon für Sie?

Das ist für mich ein Schlüsselsatz aus dem Film. Wir haben viel über diesen Satz diskutiert. Der Schnitt war fertig. Ich war bei den Synchron-Aufnahmen und hab’ dann gesagt: Warte mal, Alter! Da fehlt irgendwas. Es braucht noch ein Voice-Over. Ich probier’ mal diesen Satz. Dann habe ich ihn eingesprochen. Danach habe ich geweint. Und alle haben gesagt: Kida, das ist zu kitschig. Hör auf damit! Ich hab’ gesagt: Ihr habt keine Ahnung, was Gänsehaut ist. Der ist für mich sehr wichtig, dieser Satz.

Familie ist das zentrale Thema des Films und Sie haben sogar Ihre eigene Familie mit einbezogen. Was bedeutet Familie für Sie?

Familie bedeutet mir alles. Meine Frau und meine Kinder sind für mich das Wichtigste im Leben.

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