Hanno Koffler als Lars Röwer

Lars Röwer (Hanno Koffler)
Hanno Koffler in seiner Rolle als Lars Röwer. | Bild: ARD Degeto/WDR

Lars Röwer kommt eigentlich aus dem Raubdezernat. Er ist ein Frauentyp, körperlich extrem fit, fahr- und waffensicher. Er hat eine hohe Beobachtungsgabe und Merkfähigkeit, ist belastbar und unternehmungslustig, allerdings schlägt er manchmal über die Stränge – beruflich wie privat. Er nimmt vieles nach außen leicht, aber einiges geht ihm auch tief unter die Haut. Sein Humor hilft ihm in allen Lebenslagen.

Fragen an Hanno Koffler

Sie sind neu im "Zielfahnder"-Team. Wer ist Lars Röwer und was reizte Sie an dieser Rolle?

Lars Röwer ist ein ehrgeiziger Polizist, den es vom Alltag weg ins Abenteuer zieht. Er ist vom Raubdezernat zur Zielfahndung gekommen, um den über lange Zeit ungeklärten "Fall Hagenbach" zu Ende zu bringen. Vom Typ her ist er fast wie ein jüngerer James Bond. Außen hart, innen weich. Röwer liebt die Frauen und hat einen Hang zum Exzess. Sein Temperament und seine Leidenschaft lassen ihn immer wieder über die Stränge schlagen. Er eckt an, auch weil er Probleme mit Autoritäten hat und weil ihm oft die Geduld fehlt, abzuwarten oder den Dienst nach Vorschrift zu machen. Röwer liebt es, auf der Jagd zu sein.

Für ihn ist die Arbeit bei der Zielfahndung fast wie ein Spiel, ein Wettkampf – möge der Bessere gewinnen! Nur, dass er es absolut nicht akzeptieren kann, wenn er selbst der Verlierer ist. Röwer will um alles in der Welt das vorgegebene Ziel erreichen. Der Moment, wenn er den Straftäter endlich geschnappt hat, erfüllt ihn mit einem rauschhaften Gefühl der Macht. Das ist der Kick. Das braucht er. Das fühlt sich lebendig an. Das Spannungsfeld von Lars Röwers Charakter liegt zwischen Macht und Ohnmacht, Kontrolle und Kontrollverlust, dem Anspruch, ein Gewinner zu sein, und die Angst davor, am Ende doch noch zu verlieren. Das gilt für die Arbeit gleichermaßen wie für das Leben. Lars Röwer ist ein sehr loyaler Freund und Kollege, mit einem großen Herz und einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Doch um sein Herz zu erreichen, muss man bereit sein, sich auch mit seinen Schattenseiten auseinanderzusetzen.

Was ist für Sie das Besondere an der Zielfahndung?

Das Besondere und Reizvolle an der Zielfahndung liegt für mich natürlich auch darin, dass die jeweiligen Fälle einen immer wieder in unterschiedliche Welten entführen. Sowohl die Figuren des Films als auch ich selbst reisen mit jedem neuen Fall in ein neues Land, in eine fremde Kultur, eine andere Welt. Das zwingt einen dazu, sich aus der eigenen Komfortzone zu bewegen und offen und flexibel für ganz neue Eindrücke und Erfahrungen zu bleiben. Reisen erweitern den Horizont. Bei Auslandsdrehs gibt es immer wieder sehr viele Komponenten, auf die man sich eben nicht vorbereiten kann. Gerade das finde ich toll.

Außerdem finde ich es auch sehr ungewöhnlich und interessant, dass der "Zielfahnder" ein Krimi ist, es aber anders als im klassischen "Tatort" nie um die Frage geht: Wer war der Mörder? Bei der Zielfahndung weiß man von vorn herein, wer der Täter ist, er oder sie muss jetzt "nur" noch gefangen werden. Diese Prämisse finde ich sehr ungewöhnlich, auch weil sie einen schon bei der Entwicklung der Geschichte dazu zwingt, ganz andere Fragen zu stellen. Die Ermittlungsarbeit ist auch eine völlig andere als z.B. das bekannte Verhör der möglichen Verdächtigen. Die Herausforderungen ihrer Arbeit finden eher auf der observativen und kulturellen Ebene statt.

Wie haben Sie sich auf den Dreh vorbereitet?

Ich bin ja sozusagen der Neue im Team. Deshalb ging es in meiner Vorbereitung erstmal vor allem darum, eine Verbindung mit Ulrike C. Tscharre aufzubauen. Unsere Chemie als Team auf Augenhöhe ist ja die Grundvoraussetzung, dass so ein Format, bei dem man miteinander auch viel Zeit im Ausland verbringt, überhaupt funktioniert. Gott sei Dank ist Ulrike eine großartige Kollegin und wir hatten beide sofort einen sehr offenen und freundschaftlichen Draht zueinander. Ich könnte mir keine Bessere für diese abenteuerlichen Auslandsdrehs vorstellen.

Außerdem ging es natürlich darum, den Charakter von Lars Röwer überhaupt erstmal kennenzulernen und zu entwickeln. Wie tickt der Typ alleine und wie funktioniert die Beziehung der beiden Zielfahnder miteinander? Was sind die Konflikte zwischen den beiden, wo liegen ihre Gemeinsamkeiten und was macht sie als Team aus? Wir mussten ja einen Charakter kreieren, bei dem man Lust hat, noch weitere Fälle aufzuklären. Ich denke, wir haben eine ganz gute Basis erarbeitet, und ich freue mich jetzt darauf, wenn sich der Charakter in den nächsten Folgen weiterentwickelt. Da gibt es sicher noch eine ganze Menge zu entdecken. Und natürlich, last but not least, gab es für den "Blutigen Tango" jede Menge Tango-Stunden. Gott sei Dank muss mein Charakter in dem Film kein Profitänzer sein und ich konnte die Sache ruhig angehen lassen. Bei Ulrike war der Druck etwas höher. Sie hat es, wie ich finde, bravourös gemeistert.

Wie haben Sie den Dreh in Uruguay erlebt?

Es gibt im Ausland immer Komponenten, die man nicht einkalkulieren kann. In Uruguay hatten wir jede Menge davon. Angefangen von Stromausfällen, die für mehrere Stunden ganz Montevideo stillgelegt haben, über Tage, an denen kein einziger Bankautomat mehr Geld ausgegeben hat, Tankstellen ohne Benzin, einem Showdown mit Flugzeug, bei dem der Pilot einfach nicht erschien, bis zu Drogensüchtigen im Hafenviertel, die uns vor laufender Kamera mit Steinen attackiert haben. Und natürlich auch die schönen Seiten: sehr herzliche Menschen, ein ganz wunderbares uruguayisches Team, magische Momente der Schönheit bei einer Straßenmilonga unter Sternenhimmel, gutes Essen, die lange Strandpromenade mitten in der Stadt, Matetee trinken, Tango tanzen und und und … Es war eine aufregende Zeit! Und ich finde, es hat sich gelohnt.

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