Die Schauspieler über ihre Rollen

Werner Wittich (Günther Maria Halmer) liebt seine Rose (Eva Mattes) von ganzem Herzen.
Werner Wittich liebt seine Rose von ganzem Herzen. | Bild: BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH / Hendrik Heiden

Günther Maria Halmer ist Werner Wittich

»Werner ist Roses gutmütiger Lebensgefährte, der immer wieder korrigierend eingreift. Er fängt ihre Allüren mit Sanftmut ab und führt sie leise, aber bestimmt auf den richtigen Pfad. Dieser lebensbejahende Mensch hängt wahnsinnig an ihr und bricht zusammen, als sie stirbt. Wir haben gespielt, dass Rose tot ist. Es war niemals daran zu denken, dass Hannelore Elsner in Wirklichkeit unter einer schweren Erkrankung litt. Sie war beim Drehen eigentlich wie immer. Einmal kam Hannelore mit einer Halskrause ans Set und sagte, sie habe in der Nacht schlecht gelegen. Eines Tages fragte sie mich, ob sie ihr Kostüm, den Mantel, den sie trug, kaufen sollte. Ich riet ihr zu, weil er ihr so gut stand. Sie schaute in die Zukunft, schien keine anderen Sorgen zu haben. Umso mehr waren wir erschrocken, als wir von ihrem Tod erfuhren. Es war ein Schock für uns alle. Monate später stand ich plötzlich mit fünf anderen 'Rosen' vor der Kamera, um den Film zu vollenden. Natürlich hat es mir große Freude gemacht, mit diesen Könnerinnen zu spielen. Auf der anderen Seite hatte das schöne Miteinander eine traurige Vorgeschichte. Sie stand über allem.«

Von links: Rose Just (Iris Berben) amüsiert sich über Mikes (Matthias Kelle) Bemühungen, einen guten Eindruck bei ihr machen zu wollen. Tochter Nina (Marlene Morreis) ist deshalb ziemlich angespannt.
Rose Just amüsiert sich über Mikes Bemühungen, einen guten Eindruck bei ihr machen zu wollen. Tochter Nina ist deshalb ziemlich angespannt. | Bild: BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH / Luis Zeno Kuhn

Matthias Kelle ist Mike

»Mike arbeitet als Gelber Engel für einen Abschleppdienst. Als Nina mit einer Panne liegenbleibt, kommt er ihr zu Hilfe und schleppt sie samt Mustang in seine Werkstatt ab. Sie ziehen sich an wie zwei Gegensätze. Er ist ein in sich ruhender Mensch, der viel Wert auf seine Unabhängigkeit legt. Sie steckt in ungeklärten Beziehungen fest und steht unter dem starken Einfluss ihrer eifersüchtigen Mutter Rose. Auf deren Geburtstagsfeier wird er von Nina in eine Rolle hineingedrängt. Er soll den Erwartungen der Mutter gerecht werden. Mike hat das Gefühl, in ein Mutter-Tochter-Drama geraten zu sein und eine Beziehung zu zwei Frauen zu führen. Nina und ihre Mutter sind einander in Hassliebe verbunden, die sie hegen und pflegen. Rose bereitet es sadistische Freude, ihre Tochter vor anderen herabzuwürdigen. Auf der anderen Seite braucht es eine Person wie Nina, die sich klein machen lässt. Am Ende muss Nina sich entscheiden: Mann oder Mutter?«

Von links: Leon Just (Ole Puppe), Rose Just (Iris Berben) und Werner Wittich (Günther Maria Halmer) sind von Ninas plötzlichem Wutausbruch irritiert.
Aber Nina kann machen was sie will, die Anerkennung ihrer Mutter Rose bekommt sie nie. Leon Just, Rose Just und Werner Wittich sind von Ninas plötzlichem Wutausbruch irritiert. | Bild: BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH / Luis Zeno Kuhn

Ole Puppe ist Leon Just

»Leon muss nicht um die Gunst seiner Mutter kämpfen. Musste er noch nie – er ist der Erstgeborene, er liebt sie wirklich, sie liebt ihn, und er ist viel zu bequem, ihr jemals zu widersprechen. Er geht schon immer den Weg des geringsten Widerstands. Leon lebt in seiner Musik und in seinen Clubs. Alles andere ist ihm zu kompliziert. Dass sie ihm immer wieder Geld zusteckt, ist ein willkommener Nebeneffekt seiner guten Beziehung zu ihr. Nina hat das irgendwann gewurmt, und je mehr sie dagegen anging, desto schlimmer wurde es. Zu meinem großen Bedauern kam es für mich zu keiner direkten Szene mehr mit Hannelore Elsner – ich hatte es mir seit meiner Jugend gewünscht. Aber ich werde nie die Begrüßung und die Leseprobe vergessen, wie sie meine Hand nahm, wie sie mir in die Augen schaute, ganz lange und tief. Meine „Mama“. Und ich saß ihr zwei Stunden gegenüber und war fasziniert von dieser ungeheuren Zartheit, Zerbrechlichkeit, gekontert von ihrer Energie und ihrem energischen Kampf um Sätze, um Worte, um die Gestaltung der Figur, unermüdlich, immer wieder, bis sie zufrieden war. Da loderte aus dieser schon fast durchsichtigen Person eine unglaubliche Flamme – diesen Augenblick werde ich immer erinnern.«

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