Interview mit dem Autor Ralf Husmann

TATORT DRESDEN: Kommissarsanwärterin Maria Mohr (Jella Haase), Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski), Kommissarin Henni Sieland (Alwara Höfels), Kommissar Peter Michael Schnabel (Martin Brambach)
Kommissarsanwärterin Maria Mohr, Kommissarin Karin Gorniak, Kommissarin Henni Sieland und Kommissar Peter Michael Schnabel suchen nach ersten Indizien. | Bild: MDR / Andreas Wünschirs

In "Auf einen Schlag" bewegen wir uns in der Welt der Volksmusik, einer sehr speziellen Welt, die sehr polarisiert. Was reizte Sie daran?

Schlager und Volksmusik sind die letzten Bastionen, in denen die Welt noch friedlich ist, das Glück ewig und der Himmel schlicht blau und frei von Klimawandel. Hier kann man Probleme einfach wegjodeln. Ich fand es reizvoll, wenn da die Gewalt einbricht. Außerdem wollte ich mal gucken, ob der MDR, der ja selbst auch ein paar entsprechende Shows produziert, so viel Selbstironie aufbringt. Und siehe da: Das tut er. Hut ab schon mal dafür.

Was war Ihr konzeptioneller Ansatz, um Spannung und Dramatik zuzuspitzen und trotzdem den Humor nicht zu verlieren?

Wenn man das Leben ernst nimmt, wird’s fast automatisch auch komisch, denn meist gibt’s das Eine nicht ohne das Andere. Ich hatte ein paar Mal Kontakt zur Schlager- und Volksmusikwelt und da ging's am Wildesten zu, wurde am meisten gesoffen und war es am Nächsten am Rock 'n' Roll. Gleichzeitig gibt's da auch unheimlich viele traurige Gestalten. Ich hoffe, dass das ein gutes Umfeld ist, um echte Brutalität zu erzählen, die vor dem Hintergrund einer heiteren Musik sofort skurril wirkt.

Henni und Karin, die beiden Kommissarinnen, stehen für zwei sehr unterschiedliche Lebensentwürfe. Wie wirkt sich das auf Ihre Arbeit aus?

Mir war wichtig, möglichst "normale" Ermittlerinnen zu zeigen, die auch noch ein Privatleben haben. Es gibt ja schon genug Kommissare mit Macken, Alkoholproblemen und Depressionen. Henni und Karin sind zwei ambitionierte Kriminalistinnen, die aber trotzdem irgendwann nach Hause wollen. Die eine, weil sie sich um ihren Sohn kümmern will, die andere, weil sie einen Freund hat, mit dem sie sich eine Familie wünscht. Beides ist ja auch nicht problemlos.

Sie haben die Liedtexte der Schlager verfasst. Was war das für eine Erfahrung?

Es war ein großer Spaß, sich neue Schlager auszudenken, zusammen mit den Kollegen Francesco Wilking und Patrick Reising, die die Musik gemacht haben. Wir alle waren sehr bemüht, Schlager nicht zu parodieren, sondern möglichst etwas hinzukriegen, was Hitpotential hat. Und wenn "Mein Sachsen" nicht das neue "Atemlos" wird, bin ich persönlich enttäuscht (lacht).

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