Fragen an den Regisseur

Durch Zufall entdecken Bauarbeiter die unter einer Straße verborgene Leiche einer Frau. Bei den Mordermittlungen stechen die Bremer Ermittler Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) in ein feingewebtes Netz aus Korruption und illegalen Geldgeschäften.
Szene aus dem Film: Inga Lürsen und Stedefreund | Bild: Radio Bremen/ARD Degeto / Christine Schroeder

Herr Baxmeyer, seit 2007 haben Sie nun 13 Bremer Tatorte für Radio Bremen inszeniert. Für "Wo ist nur mein Schatz geblieben?" haben Sie erstmals auch das Drehbuch geschrieben, gemeinsam mit dem Drehbuchautor Michael Comtesse. Die Bandbreite Ihrer Tatort-Folgen reichte bislang vom Familiendrama (z.B. "Die Wiederkehr") bis zum Mafiathriller ("Brüder"). In welches Genre würden Sie den aktuellen Tatort einordnen?

Ich würde sagen, das ist eine Bromance. Wobei das natürlich nicht im wörtlichen Sinne zutrifft, denn eine Bromance ist ja eine nicht sexuelle Romance zwischen zwei Bros, also wörtlich Brüdern. Gemeint sind aber Freunde. Die Kommissare Inga Lürsen und Stedefreund haben über die Jahre eine besondere Beziehung zueinander entwickelt und diese Beziehung wollten wir auf die Probe stellen. Dabei war es uns wichtig, diese Geschichte im Polizeimilieu zu erzählen, um möglichst nah dran zu sein an der Lebensrealität dieser beiden Kommissare. Und natürlich ist der Film auch ein Thriller, allerdings mit einer gewissen Überhöhung.

Es ist der letzte Fall, den die Bremer Kommissare Inga Lürsen und Stedefreund gemeinsam lösen. Einen Abschluss für ein Tatort-Team zu finden, das seit 2001 gemeinsam ermittelt, ist nicht einfach. Wie haben Sie sich dieser Herausforderung gestellt?

Das war ganz und gar nicht einfach. Wir wollten eine persönliche Geschichte über Lürsen und Stedefreund erzählen, ohne private Konflikte aufzumachen. So kommt es, dass Inga Lürsen in dieser Geschichte nicht nur den Mord an einer Sekretärin aufklären muss, sondern auch den "Fall Stedefreund".

In diesen mehr als zehn Jahren haben Sie die Entwicklung der beiden Kommissare hautnah erlebt, inszeniert und geprägt. Was war für Sie dabei besonders spannend?

Wenn man so lange zusammenarbeitet, hat das den großen Vorteil, dass man sehr direkt miteinander umgehen kann und Befindlichkeiten keine Rolle spielen. Trotzdem haben wir immer versucht keine Routinen zu entwickeln, uns möglichst nicht zu wiederholen oder auf Bewährtes zu setzen. Wir haben jeden Film als Einzelstück betrachtet, der seine eigenen Bedürfnisse hat. Besonders spannend war es auch, die Genres zu wechseln. Vom Elektroauto-Killer in "Nachtsicht" bis zum Mafiathriller in "Brüder".

Gab es eine Situation, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Bei meinem ersten Film für Radio Bremen "Schiffe versenken" ermittelte Lürsen auf einem Frachter auf hoher See. Zum Ende sollte das Schiff in einen Sturm geraten. Leider hatten wir tagelang Flaute und schönstes Wetter. In unserer Not haben wir die Feuerwehrschläuche des Schiffs ausrollen lassen und Sabine Postel in einen Hochdruck-Salzwasser-"Sturm" gestellt. Dass muss man sich vorstellen wie die erste Reihe einer 1.-Mai-Demo, direkt vorm Wasserwerfer. Eigentlich komisch, dass die mich danach noch mal engagiert haben (lacht).

Und was haben Sie bei der Arbeit mit den Schauspielern Sabine Postel und Oliver Mommsen besonders geschätzt?

Neben ihrem Talent, ihrer Professionalität und ihrer Hingabe sind Sabine Postel und Oliver Mommsen einfach ganz feine, tolle Menschen, mit denen ich es sehr genossen habe, Zeit zu verbringen. Ob an Land, zu Wasser oder in der Luft.

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