ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb 2019/2020: "Aufschrei der Jugend" gewinnt

Kameramann bei der Arbeit
Kameramann bei der Arbeit | Bild: picture alliance

Beim diesjährigen ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb wurde die Dokumentarfilmidee "Aufschrei der Jugend" über das Engagement von zwölf Berliner Jugendlichen für die Fridays-for-Future-Bewegung prämiert. Magis TV Berlin wird die Dokumentation unter der Leitung von Katrin Löschburg produzieren, Regie führt Kathrin Pitterling.

Die den Wettbewerb ausrichtenden ARD-Sender BR, MDR, NDR, rbb und WDR ermöglichen dem Gewinner, das vorgestellte Projekt mit 250.000 Euro zu realisieren sowie einen Sendeplatz im Ersten.

Die Doku zeigt, wie stark ihr Engagement junge Menschen verändert

"Aufschrei der Jugend" will vor allem zeigen, wie stark das Engagement junge Menschen verändert. Die 14- bis 22-Jährigen lernen innerhalb kurzer Zeit, mit Politikern im Bundestag zu sprechen oder Polizei und Sicherheit für Tausende Menschen zu koordinieren. Doch hinter den Kulissen zahlen sie einen hohen Preis: Shitstorms, interne Machtkämpfe, Kritik und Presse-Stalking führen zu Burnouts und Panikattacken bei den Protagonisten.

(v.l.n.r.): Rainald Becker, Patricia Schlesinger, Kathrin Pitterling, Katrin Löschburg und Volker Herres
(v.l.n.r.): Rainald Becker, Patricia Schlesinger, Kathrin Pitterling, Katrin Löschburg und Volker Herres | Bild: rbb / Thomas Ernst

"Während uns Fiktion gern in neue Realitäten trägt, sind Dokumentationen für mich Schlüssel zu unserer Welt, zum Weltverständnis", sagt rbb-Intendantin Patricia Schlesinger in ihrer Keynote zu Beginn der Veranstaltung, die im Rahmen der Berlinale am 26. Februar stattfand. "Nichts öffnet unser Bewusstsein für anderes Leben, fremde Selbstverständlichkeiten und die beglückende Vielfalt auf dieser Erde so sinnlich und hintergründig wie der Dokumentarfilm. Nichts brauchen wir in diesen Zeiten dringender."

Pinar Atalay moderierte den ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb vor mehr als 200 Gästen

Die Veranstaltung vor mehr als 200 Gästen aus der Branche wurde moderiert von Pinar Atalay.

Bereits zum achten Mal hatte die ARD zu dem Dokumentarfilm-Wettbewerb eingeladen: Gesucht wurde ein kreatives und innovatives dokumentarisches Highlight für einen Sendeplatz im Ersten.

Es sollte ein innovatives Filmprojekt sein, das ein politisch und gesellschaftlich relevantes Thema aufgreift, einen klaren Bezug zu Deutschland hat und auch internationale Relevanz besitzt. Der Film sollte herausragen durch tiefgründige Recherche, exklusive Zugänge und eine außergewöhnliche, neuartige und kreative Handschrift.

Am MDR-Tag im Rahmen des 62. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm, hatten sich Ende Oktober folgende fünf Shortlist-Kandidaten mit ihren Präsentationen der Jury und dem Publikum vorgestellt:

  • Das Team der Gebrueder Beetz Filmproduktion Hamburg mit "Songs of Gastarbeiter".
  • Das Team von Magis TV Berlin mit "Aufschrei der Jugend".
  • Das Team von doc.station GmbH Hamburg mit "Homophobe Gewalt".
  • Das Team von Bremedia Produktion GmbH Bremen mit "Wenn der Wald stirbt".
  • Das Team von Schulz & Wendelmann Film GbR mit "Das Wunder von Warnemünde".

Die Jury bestand aus programmverantwortlichen Vertretern/innen der beteiligten Rundfunkanstalten unter Leitung des ARD-Chefredakteurs Rainald Becker.

Weitere dokumentarische Highlights im Ersten für 2020 präsentiert

Bei dem Branchentreffen "Top of the Docs" wurden als weitere dokumentarische Highlights für 2020 im Ersten unter anderem der Oscar nominierte Dokumentarfilm "Eine Klinik im Untergrund – The Cave" (SWR) vorgestellt. Begleitet wird die Arbeit einer Gruppe mutiger Ärzte und Krankenschwestern, die der humanitären Katastrophe des Syrienkrieges etwas entgegensetzen.

Der dokumentarische Zweiteiler "COLONIA DIGNIDAD – Aus dem Innern einer deutschen Sekte" (WDR/SWR in Kooperation mit arte) gibt erstmals exklusive Einblicke in die innere Dynamik der Colonia Dignidad. Vorgestellt wurde auch der Multimedia-Schwerpunkt "Kinder des Krieges" zum Jahrestag des Kriegsendes (rbb/MDR u.a.). Ein gemeinschaftliches Projekt unter Beteiligung aller Landesrundfunkanstalten, das die regionale Geschichtskompetenz der Sender nutzt und das Jahr 1945 aus einer Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven und Erinnerungsachsen erzählt.

Pinar Atalay und Volker Herres
Pinar Atalay, die die Veranstaltung moderierte, und Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen. | Bild: rbb/Thomas Ernst

Herres: "Relevante Themen, unbequeme Fragen"

"Die Information hat im Ersten mit 44 Prozent, gemessen am Gesamtangebot, den größten Programmanteil. Mit Reportagen und Dokumentationen greifen wir relevante Themen auf und stellen unbequeme Fragen. Mehr denn je ist es unser Ziel, mit investigativem und glaubwürdigem Journalismus gesellschaftliche Debatten auszulösen, Transparenz herzustellen und zu einem offenen Prozess der Meinungsbildung beizutragen", sagt Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, bei dem Branchentreffen, zu dem die ARD bereits zum achten Mal eingeladen hatte.

2019 haben Das Erste und die Dritten Programme insgesamt 2.230 Stunden Reportagen und Dokumentationen ausgestrahlt, das sind sechs Stunden am Tag. Laut "ARD-Trend 2019" denken 50 Prozent der Befragten, dass Das Erste die besten Dokumentationen und Reportagen über das politische und wirtschaftliche Geschehen bringt. Auch bei Beiträgen zu den Themen Gesellschaft und Soziales sowie Kunst und Kultur schalten die Zuschauer besonders gerne Das Erste ein.

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