Interview mit Marlene Morreis

Marlene Morreis ist Ida Sörensen
Marlene Morreis ist Ida Sörensen | Bild: ARD Degeto / Manju Sawhney

Frau Morreis, wer ist diese Polizistin, die Sie im „Dänemark-Krimi“ verkörpern? Wer ist Ida Sörensen?

Ida ist ein Mensch wie du und ich. Ich mag an ihr, dass sie keine Kommissarin ist, sondern einfach ihren Job als Streifenpolizistin macht, und einen Fehler, der ihr unterläuft und der schwerwiegende Folgen hat, wieder ausbügeln will. Es geht weniger um ihren Beruf als um sie als Mensch, ihre privaten Probleme. Sie macht ihre Arbeit gerne und gut, aber jeder trifft mal eine falsche Entscheidung – und mit den Konsequenzen muss sie nun umgehen und leben. 

Was war Ihnen bei der Darstellung Ihrer Figur wichtig?

Authentizität. Ich wollte zeigen, dass sie ein Mensch mit normalen Emotionen ist, dass sie auch mal alles scheiße findet und der Mann an ihrer Seite nervt. Ich finde Polizeiarbeit an sich spannend, aber viel mehr interessiert es mich, den Menschen dahinter zu sehen und zu verstehen. Ich wollte, dass man einen Zugang zu Ida kriegt und erkennt, wie es ihr ergeht und im besten Fall mitfühlen kann.

Sie sind in Oberösterreich geboren und haben in Ihrer Wahlheimat München Nordische Philologie studiert. Was verbinden Sie mit Skandinavien?

Ein Schüleraustausch in der nordschwedischen Stadt Luleå hat mich mit 16 Jahren schwer beeindruckt. Ich fand die Menschen sehr gastfreundlich und die Natur wunderschön (und mit 16 findet man auch schwedische Jungs ziemlich toll). Und da ich in Österreich meine Matura bereits mit 17 gemacht und keine anderen Pläne hatte, dachte ich mir, ich lerne einfach mal Schwedisch. Dass „Nordische Philologie“ eigentlich ein Literaturstudium war, wurde mir erst während des Studiums klar (lacht).

Sie haben ein Jahr in Schweden gelebt und jetzt in Dänemark gedreht. Erzählen Sie uns etwas über den hohen Norden und die Menschen dort.

Ich empfinde die Skandinavier als sehr naturnah und sehr offen. Man lernt sie leicht kennen, finde ich, vor allem, wenn man mal ein Bier mittrinkt. Mit 20, als ich ein Jahr lang in Linköping studiert habe, war das natürlich eine wahnsinnig aufregende Zeit. Studiert habe ich damals wenig, aber umso mehr gefeiert und viele Konzerte, Veranstaltungen und Partys besucht. In diesem Jahr habe ich auch viel über mich selbst erfahren.

Was macht aus Ihrer Sicht einen guten skandinavischen Krimi aus?

Ich habe mich durch mein Studium sehr viel mit diesem Thema befasst, auch mit Film, und ich finde, was die Skandinavier besonders gut können, ist Charaktere zu schaffen, die anders sind, verschroben, liebenswert, Außenseiter der Gesellschaft. Das mag ich sehr. Ich würde mir wünschen, dass wir davon auch in der deutschen Fernsehlandschaft mehr zeigen, und dass alles ein bisschen weniger aufpoliert daherkommt, sondern mit Ecken und Kanten. 

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