Michaela Nix

Producer`s Note

Ein Zeuge aus der Vergangenheit: Tjelle Fisker (Janek Rieke) spricht mit der Polizistin Ida Sörensen (Marlene Morreis).
Ein Zeuge aus der Vergangenheit: Tjelle Fisker spricht mit der Polizistin Ida Sörensen. | Bild: ARD Degeto / Marion von der Mehden

»Darauf, was einen guten Krimi ausmacht, hat wohl jeder Mensch eine ganz persönliche Antwort. Man muss sich gut unterhalten fühlen. Ich würde sagen, ein Krimi ist dann gut, wenn er eine Grundspannung durchweg hält, mich überrascht und durchaus fordert. Die Figuren sollten mich, jenseits ihrer dramaturgischen Funktion im Krimikonstrukt, berühren. Letztlich geht es natürlich immer um Verübung und Aufklärung eines oder mehrerer Kapitalverbrechen, auch die Motive bleiben dieselben: Rache, Liebe, Neid, Gier, Wut oder Lust. Es ist die Kombination aus dem WAS mit dem WIE und dem WARUM. Für welche Grundstimmung entscheide ich mich? An welchen Orten erzähle ich welche Milieus, in die der jeweilige Fall eingebettet ist. Wichtigster Faktor ist allerdings das WER. Folge ich meinen Hauptfiguren bis in die Hölle? Wir haben beim „Dänemark-Krimi“ zudem bewusst auf Thriller-Elemente gesetzt, die der Spannung einen zusätzlichen Kick verliehen haben. Regie und Kamera haben hier einen ganz besonderen Kosmos geschaffen: rau, karg, faszinierend und in sich geschlossen, der das spannende Buch von Timo Berndt atmosphärisch zusätzlich auflädt.

Das wirklich Besondere dieses Formats ist unsere Hauptfigur Ida Sörensen, hinreißend verkörpert von Marlene Morreis. Ida ist eine einfache uniformierte Polizistin und keine kühle oder dysfunktionale Ermittlerfigur mit „schwerem Gepäck“, sprich einer komplexen Backstory. Sie ist im besten Sinne des Wortes „uncool“, die Frau von Nebenan, die die Liebe in den kleinen Ort Ribe verschlagen hat, wo sie als Streifenpolizistin ihren Dienst verrichtet. Sie hat sich eingefunden und macht ihre Arbeit gerne. Aber ihr unterläuft ein fataler Fehler, der ihr nicht hätte passieren dürfen, der uns aber wohl ebenso unterlaufen wäre. Idas Unsicherheit, ihre Verzweiflung, all das bindet uns stark an diese Polizistin, die echte Hilfe nur von ihrem Kollegen, dem brummigen Magnus Vinter erwarten kann, den Nicki von Tempelhoff mit großer Kraft und Wärme spielt. Ida wird über sich hinauswachsen und Dinge tun, die sie ihren Job kosten könnten, um ein Leben zu retten und ihren Fehler wieder gutzumachen. Dafür liebt man diese Figur und folgt ihr gerne emotional durch diesen Film.

Wir hatten ein Buch, dass mit Kargheit und Weite des Nordens spielt und Dänemarks Image ist positiv aufgeladen. Als Urlaubsdestination erfreut sich das Land im hohen Norden extrem großer Beliebtheit bei deutschen Urlauber*innen, die die Elemente um sich spüren und unkomplizierte Ferien verleben wollen. Dazu stehen im Kontrast die dunklen Krimis und Serien, die von dort stammen. Ein interessantes Spannungsfeld aus Licht und Dunkelheit, dem auch wir nachgespürt haben. Hinzu kam, dass Dänemark als Schauplatz des Donnerstagskrimis noch nicht bespielt wurde. Ein Glücksfall. Das Städtchen Ribe hatte es uns gleich angetan, pittoresk, intim und geschichtsträchtig. Hier, in dieser freundlichen Stadt, haben wir Idas Lebensmittelpunkt verortet und hoffen, dort noch viele Geschichten erzählen zu können.«

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