Kerstin Ramcke, Produzentin über das Thema des "Tatorts"

DREHSTART "TATORT: BOROWSKI UND DER FLUCH DER WEISSEN MÖWE" (AT)
Von links nach rechts: Johannes Pollmann (Ausführender Produzent), Almila Bagriacik, Axel Milberg, Hüseyin Tabak (Regisseur), Sabine Holtgreve (NDR Redakteurin) | Bild: NDR / Das Erste / Gordon Timpen

»Ich habe bis heute mehr als 80 'Tatorte' produziert. Aus dieser langen Liste sticht der neue 'Borowski' in gewisser Hinsicht heraus, weil er ein klares politisches Anliegen hat und deutlich Position bezieht. Dieser Film ist wichtig, weil er ein Thema ins Bewusstsein rückt, das die meisten Zuschauer überhaupt nicht auf dem Schirm haben: den neuen Antifeminismus.

Wir haben lange geglaubt, unsere Gesellschaft habe Frauenfeindlichkeit und Sexismus hinter sich gelassen. Weil wir ja alle so modern und aufgeklärt sind! Doch in Wahrheit haben sich im Verborgenen des Internet Gruppen junger Männer radikalisiert, die jetzt nach vorne drängen und in ihrem Hass auf Frauen vor nichts zurückschrecken. Ich finde es erschütternd, dass unsere Gesellschaft insgesamt eine Rolle rückwärts gegen die Gleichstellung von Mann und Frau vollzieht. Die Corona-Pandemie hat die Misere noch verschärft. Frauen werden in überkommene Rollen zurückgedrängt, für Kochen, Putzen und die Kinder sind vor allem sie zuständig. Es ist ein Trauerspiel. Ich hätte gedacht, wir wären schon viel weiter! Umso mehr hoffe ich, dass die Ausstrahlung unseres politischen 'Tatorts' eine breite und lebendige Diskussion auslöst.«

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