Statement der Drehbuchautoren Stefan Holtz und Stefan Betz

Silke Weinzierl (Nina Proll) tanzt im Fasching in Irmis Stüberl.
Silke Weinzierl tanzt im Fasching in Irmis Stüberl.  | Bild: BR/Lieblingsfilm GmbH / Peter Nix

»Ein Faschings-Tatort also. Na gut. Erstmal recherchieren. Das war 2020 noch möglich. Es gab zwar schon die ersten Corona-Fälle in Deutschland, aber die schienen weit entfernt. Wir starten bei der Narrhalla, der ältesten Karnevalgesellschaft der Landeshauptstadt. Die Beatrice macht die Pressearbeit. Sie empfängt uns herzlich im Roy, einer Schlagerkneipe am Sendlinger Tor. Der Inhaber vom Roy, der Günther, ist der Präsident der Narrhalla. Praktisch. Können wir auch gleich mit ihm reden. Günther war 2001 selbst Faschingsprinz. Jetzt singt er in seiner eigenen Kneipe Schlager.

Am Unsinnigen Donnerstag machen wir eine Boazntour. Im Tal treffen wir im Le Clou im Gedränge auf den Manfred. Wir fragen den Manfred, was er vom Münchner Fasching hält. Der Manfred will erstmal zwei Bier von uns. Für sich und seine Begleitung. Seine Begleitung erzählt uns, dass sie drei Kinder von drei verschiedenen Männern hat. Interessant. Danach hatten wir gar nicht gefragt. In Schwabing im 'Zum neuen Hut' sitzen zwei Frauen mittleren Alters an einem Tisch und sehen so aus, als würden sie darauf warten, angesprochen zu werden. Wir trauen uns aber nicht.

Am Faschingssamstag gehen wir mit dem Prinzenpaar, dem Präsidium, dem Hofstaat, der Prinzengarde und dem Fahnenregiment auf Tour. Mit dem Bus geht es zum Faschingstreiben beim Möbelhaus Höffner, wo wohnen wenig kostet. Danach im OEZ bekommen wir Angst, als wir die Bühne sehen. Sie ist viel zu klein für die vielen Leute. Vor uns tritt das Prinzenpaar der Narrhalla Oberschleißheim auf. Auch im Fasching gibt es Konkurrenz.

Zum bunten Faschingstreiben der CSU Aubing fahren wir im Prinzenwagen mit. Der Fahrer ist ein pensionierter Polizist. Früher war er beim LKA und hat Politiker bewacht. Jetzt bewacht er Désirée, die I., und Moritz, den II. Der CSU-Ortsvorsitzende in Aubing ist der Faschingsprinz von 2018. Wir bekommen blaue Mäntel und sollen mit dem Hofstaat einmarschieren. Wir zieren uns. Dürfen danach aber trotzdem ein Foto mit der Faschingsprinzessin machen. Wir achten darauf, dass wir beide es auch bekommen.

Auf dem Rückweg denken wir, alles nicht so groß wie im Rheinland. Obwohl der Bayer an sich ja gewohnt ist groß aufzutrumpfen. Mia san mia. Aber immerhin, es gibt noch einen zweiten Günter im Präsidium der Narrhalla. Einen ohne th. Der ist nicht beim FC Bayern, verkauft aber in seinem Souvenir-Shop auf dem Marienplatz FC-Bayern-Fan-Artikel.

Mit Corona geht es dann doch schneller als gedacht. Vier Wochen später tritt der erste Lockdown in Kraft. Seitdem hat die Narrhalla keinen richtigen Fasching mehr gefeiert. Das Roy hat die Pandemie nicht überlebt. Jetzt fehlt er uns doch, der Münchner Fasching. Aber vor allem fehlen uns die Beatrice, das Prinzenpaar, der Manfred und seine Begleitung, der Günther mit h und der Günter ohne h. 

Wird Zeit, dass der Scheiß mit dem Virus endlich ein Ende hat.

Mit einem dreifachen

NARR … HALLA«

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