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Service: Kosten für Zahnersatz

mit Holger R. Rohde, Wissenschaftlicher Leiter der Abteilung Versicherungen und Recht, Stiftung Warentest

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Service: Kosten für Zahnersatz | Video verfügbar bis 19.08.2022 | Bild: WDR

Braucht jemand eine Zahnkrone, eine Brücke oder ein Implantat, kann das schnell teuer werden. Für Patienten bedeutet das in vielen Fällen eine Selbstbeteiligung von mehreren Tausend Euro. Die gesetzlichen Versicherungen decken grundsätzlich nur 60 Prozent der Kosten für die sogenannte Regelversorgung ab. Eine Zahnzusatzversicherung kann Behandlungskosten erheblich reduzieren.

Regelversorgung und private Kosten

Eine Regelversorgung umfasst die einfache und zweckmäßige Behandlung, die aus medizinischer Sicht ausreichend ist. Dazu gehören zum Beispiel einfache Kronen oder Brücken aus Metall. Für diese von allen gesetzlichen Kassen vereinbarte Basisversorgung, die alle nötigen Leistungen abdeckt, zahlt die Krankenkasse einen festen Zuschuss von 60 Prozent der Kosten - ob nun ein fehlender Zahn durch eine schlichte Metallbrücke oder ein Implantat für mehrere Tausend Euro ersetzt wird.  Das bedeutet: Selbst bei der Regelversorgung müssen Patienten einen Teil der Zahnarztkosten übernehmen. Wer mit seinem Bonusheft nachweist, dass er regelmäßig zur Kontrolle beim Zahnarzt war, kann den Zuschuss der Kasse auf höchstens 75 Prozent der Kosten für die Regelversorgung erhöhen. Alles, was darüber hinausgeht, wird privat in Rechnung gestellt.

Laut einer Studie der Barmer Ersatzkasse mussten ihre Versicherten 2018 bundesweit im Schnitt 880 Euro aus eigener Tasche für Zahnersatz zahlen. Werden gleich mehrere Zähne behandelt, kann das sehr teuer werden.

Zahnzusatzversicherungen im Test

Die Stiftung Warentest hat die Qualität von rund 250 Zahnzusatzversicherungen getestet. Fazit: Die besten Versicherungen im Test übernehmen auch bei sehr teuren Zahnersatzlösungen alle Kosten, die die gesetzliche Kasse nicht zahlt. Wer mit einer Zahnversicherung vorsorgen will, hat laut dem aktuellen Vergleich der Stiftung Warentest die Auswahl zwischen fast 100 sehr guten Tarifen. 

Unterschiedliche Kundentypen

Die Tester haben drei Kundengruppen definiert, um Verbrauchern einen besseren Überblick zu verschaffen, welche Zahnversicherung zu ihnen passt. Denn das hängt oft von den finanziellen Möglichkeiten und Lebensumständen ab:

Kundentyp 1 – "Rundum sorglos": Versicherte wünschen die volle Übernahme der Kosten, die nach Abzug der Leistungen ihrer Krankenkasse verbleiben. Die 43-jährigen Modellkunden im Test zahlen für diese Tarife im ersten Vertragsjahr 33 bis 46 Euro im Monat, die Beiträge steigen bis zum Alter von 73 Jahren auf 56 bis 88 Euro an.

Kundentyp 2 – "Gut und günstig“:  Versicherte sind bereit, einen Teil der Zahnarztrechnung selbst zu übernehmen. Dafür soll die Versicherung auch in späteren Jahren nicht teurer werden. Passende günstige und gute Tarife gibt es für maximal 30 Euro im Monat für Versicherungsnehmer zwischen 43 und 73 Jahren.

Kundentyp 3 – "Kasse genügt":  Versicherte sind mit der vorgesehenen Regelversorgung zufrieden und wünschen sich eine Versicherung, die die Kassenleistung auf 100 Prozent aufstockt. Passende Policen gab es für den 43-Jährigen Modellkunden ab 6 Euro im Monat.

Tipps

Sinnvoll: Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich, wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind und auch teure Implantate, Kronen oder Brücken brauchen/wünschen. Experten empfehlen den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung in jüngeren Jahren, zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, wenn in den meisten Fällen die Zähne noch in Ordnung sind.

Auswahl: Welche Versicherung für Sie die beste ist, hängt von Ihren Wünschen und Lebensumständen ab. Überlegen Sie, welchem der drei Kundentypen Sie am ehesten entsprechen. So finden Sie schnell geeignete Angebote. Haben Sie spezielle Wünsche oder wollen Sie festlegen, wie viel die Versicherung kosten soll, bietet zum Beispiel Finanztest eine kostenpflichtige individuelle Analyse an unter:
https://www.test.de/Zahnzusatzversicherung-Wir-ermitteln-die-besten-Angebote-fuer-Sie-4789826-0/

Wechsel: Sie haben schon eine Versicherung und wollen eine bessere oder günstigere? – Wechseln Sie möglichst in einen anderen Tarif desselben Versicherers: Bei einem neuen Anbieter dauert es drei bis sieben Jahre, bis Sie den vollen Leistungsanspruch haben; beim aktuellen Versicherer gelten Wartezeiten nur für Mehrleistungen des neuen Tarifs.

(Quelle: Finanztest)

Links

Weitere Informationen

• Stiftung Warentest:Heft Finanztest 4/2021 (Artikel Zähne gut versichern, S. 84 ff.) oder
https://www.test.de/Zahnzusatzversicherung-im-Test-4730314-0/

• RBB Fernsehen Service:
https://www.rbb-online.de/zibb/service/gesundheit/zahnzusatzversicherung.html

• BR Podcast Verbrauchermagazin:
https://www.br.de/mediathek/podcast/das-verbrauchermagazin/zahnzusatzversicherung-1/1807428

• WDR 2 Servicezeit:
https://www1.wdr.de/radio/wdr2/themen/servicezeit/zahnzusatzversicherung-118.amp

• SWR Marktcheck:
https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/zahnzusatzversicherung-100.html

• Radioeins:
https://www.radioeins.de/programm/sendungen/sendungen/4/2106/210618_der_schone_morgen_13629/96939_321245.html

Stand: 19.08.2021 08:15 Uhr