Fragen an Theresa Scholze

Theresa Scholze in ihrer Rolle als Lisa Huber
Theresa Scholze in ihrer Rolle als Lisa Huber | Bild: ARD Degeto / Guido Engels

Im Gegensatz zu ihrer Schwester hat Lisa auch das Großstadtleben in München kennengelernt. Ist Lisa mehr ein Stadt- oder mehr ein Landmensch?

Das gilt es für Lisa im Moment herauszufinden! Ich denke, das Stadtleben hat sie verändert. Das merkt man schon an ihrer Art, sich zu kleiden, aber natürlich auch an der Art und Weise, mit Situationen umzugehen. Ich denke, auf dem Land oder in kleineren Gemeinden gelten etwas andere Regeln als in der Stadt, weil es schlicht und ergreifend nicht so anonym zugeht. Man muss mehr aufeinander achten, steht aber auch mehr unter Beobachtung und ist abhängiger voneinander. Wenn ich es mir mit jemandem verscherze, kann das langfristig unangenehme Folgen haben, denn ich sehe diesen Jemand ja immer wieder, während ich in der Stadt vielleicht einfach sage "egal, der läuft mir eh nie wieder übern Weg". Es gilt also, die Strukturen zu akzeptieren, und das fällt Lisa nicht immer leicht. Wenn ihr etwas nicht sinnvoll oder gerecht vorkommt, dann pfeift sie auf die Regeln und macht eben, was sie für richtig hält – das geht natürlich auch mal schief. […]

Ich bin in Brandenburg an der Havel großgeworden, also einer eher kleineren Stadt, und habe dann in Berlin, Leipzig, Potsdam und jetzt Köln gelebt. Gerade, weil ich diese Unterschiede so schön kennen lernen durfte, kann ich sagen, ich finde es toll, was mir die Großstadt gegeben hat, aber meine Wurzeln liegen halt einfach in der Kleinstadt. Ich mag es, dass man bei jedem Einkauf jemanden trifft, den man kennt, dass man aufeinander achtet und eben auch gewisse Regeln akzeptiert. Mir gibt es ein Gefühl von Geborgenheit und da denke ich, könnte es Lisa vielleicht genauso gehen. Immerhin ist die Alpe ihre Heimat, dort ist sie großgeworden. Und es bleibt wohl spannend, ob und wie Lisa sich wieder aufs Landleben einlässt. Aber wenn sie ein bisschen was von mir hat, tauscht sie die Pumps vielleicht gerne mal gegen die Gummistiefel.

An ihrer Jugendliebe Florian entdeckt Lisa Veränderungen, sogar spießige Eigenschaften. Ist Ihnen das auch schon passiert, dass Sie früher jemanden toll fanden, der sich dann aber zum Nachteil verändert hat?

Ja und Nein. Es ist mir schon passiert, dass sich Menschen verändert haben. Ihre Ansichten um 180 Grad gedreht oder die Wertvorstellungen sich in eine andere Richtung entwickelt haben. Allerdings erfreulicherweise nicht bei Menschen, die mir wirklich am Herzen lagen, wenn ich das so sagen darf. Da ist es dann einfach. Der Kontakt schläft mehr oder weniger ein, weil man sich nichts mehr zu sagen hat. Aber bei engen Freunden oder Ex-Partnern ist mir das tatsächlich noch nicht passiert, und selbst wenn, würde ich mich vermutlich sehr anstrengen, herauszufinden, warum der Freund seine Ansichten so geändert hat, denn ich will den Freund ja nicht verlieren. Bei Lisa verhält es sich etwas anders.

Florian ist nicht einfach ein Freund oder Ex-Partner, mit dem sie abgeschlossen hat. Da gibt es ja eine Spannung zwischen den beiden und Fragen, auf die Lisa Antworten haben will. Die Geschichte von damals ist für sie nicht zu Ende, aber Florian ist eben nicht mehr der Florian von damals und kann ihr folglich auch keine Antworten geben. Ich denke, das ist wirklich hart für Lisa, zu erkennen, dass ihre Jugendliebe, die sie bis heute nicht vergessen konnte, vielleicht nur noch in der Erinnerung diesen hohen Wert hat. Ganz ehrlich, da möchte ich nicht mit ihr tauschen, aber es macht wahnsinnigen Spaß, Lisa zu spielen und diese ganzen emotionalen Auf und Abs mit ihr durchzustehen. Aber ich kann ja schließlich nach dem Drehtag ganz entspannt ins Hotel gehen, meinen Mann anrufen und ihm erzählen, was Lisa heute wieder erleben musste.

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