Fragen an Verena Altenberger

Verena Altenberger spielt Anne Braun

Schönes Schlamassel
Verena Altenberger | Bild: Bavaria Fiction GmbH/BR/Conradfilm GmbH & Co. KG/ORF / Stephan Schaar

Wie würden Sie die Figur der Anne, die Sie in „Schönes Schlamassel“ verkörpern, charakterisieren? Was macht sie so sympathisch?

Anne ist das, was man einen Schussel nennt, gleichzeitig weiß sie ganz genau, was sie will. So genau, dass man sie durchaus als festgefahren bezeichnen könnte. Außerdem ist Anne sehr verwöhnt aufgewachsen, was sie mittlerweile mehr als Last, denn als Luxus empfindet. Anne möchte in dem, was sie tut, immer gut sein. Sie möchte geliebt werden und möchte sich vor allem verlieben.

Ich weiß nicht, ob Anne so sympathisch ist. Sie ist liebenswert, das schon. Aber sie ist auch stur, teilweise zu engstirnig und ein bisschen zu sehr verrannt in ihre eigenen vermeintlichen Ideale. So wird sie auch manchmal blind für die Menschen und die Welt um sie herum.

Anne ist fasziniert von der jüdischen Kultur. Inwiefern wird dadurch ein Großteil ihres Lebens bestimmt und warum ist sie so fasziniert von der jüdischen Kultur?

Anne betreibt eine Buchhandlung für jüdische Literatur, sie arbeitet ehrenamtlich in einem jüdischen Seniorenheim und unterstützt einen jüdischen Autor finanziell und durch ihre Arbeitskraft. Annes Großeltern sind durch den Handel mit Wertgegenständen ihrer jüdischen Mitmenschen im Zweiten Weltkrieg zu Reichtum gelangt. Annes Eltern haben den Kunst- und Antiquitätenhandel übernommen und nicht groß gefragt, auf welchem Leid ihr ererbtes Vermögen gebaut wurde. Anne empfindet es daher als Pflicht, das „schlechte Karma ihrer Familie abzuarbeiten“, wie sie sagt. Sie will Wiedergutmachung leisten und versucht dies auf unterschiedlichsten Arten. Und – Anne wünscht sich unbedingt einen jüdischen Freund. Dieser Wunsch fußt aber wohl auch darauf, ihre Eltern ärgern zu wollen. In diese fixe Idee hat sich Anne verrannt.

Ist Anne, bevor sie Daniel trifft, auf der Suche? Was sind Annes Träume und Sehnsüchte?

Anne ist definitiv auf der Suche! Ich fürchte, sie weiß nur selbst nicht so genau wonach. Sie ist noch sehr im Prozess des sich Lösens vom Elternhaus gefangen, dabei vergisst sie manchmal, wie privilegiert und verwöhnt sie selbst ist. Anne träumt aber auf jeden Fall von einer noch besseren Welt, von Gleichheit, von Inklusion – und vermutlich von der großen, interkulturellen Liebe.

Was ist Ihr schönstes Erlebnis bei den Dreharbeiten? Woran denken Sie besonders gern zurück?

Ich liebe es, mich als Schauspielerin frei durch alle möglichen Genres und Rollenfächer zu bewegen; ich bin sehr dankbar dafür, so viele unterschiedliche Rollen spielen zu dürfen. An „Schönes Schlamassel“ hat mich gereizt, mich im Bereich der Rom-Com, also der romantischen Komödie auszuprobieren. Auch auf die Arbeit mit Wolfgang Murnberger – wir haben schon seit ein paar Jahren versucht, beruflich und terminlich zusammenzukommen – habe ich mich sehr gefreut; ebenso auf dieses starke Ensemble richtiger Theatertiere, die sich auch im Film bewegen, wie Fische im Wasser: Lisa Wagner, Maxim Mehmet und Lasse Myhr. Und was soll ich sagen – die Zusammenarbeit mit diesen Kolleginnen unter dieser Regie war noch viel schöner und lustiger und feiner als ich mir erhofft hatte! Insofern kann ich nur sagen: Für mich waren das zwei sehr glückliche und lustige Monate in München. Ich hoffe, das spürt auch der Zuschauer.

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