SENDETERMIN Mo., 18.07.22 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Sicherheit beim Baden

mit Michael Seimetz, DLRG Andernach

PlaySvenja Kellersohn, Michael Seimetz, DLRG Andernach
Service: Sicherheit beim Baden | Bild: WDR

Sommer, Sonne, Ferien - das lockt viele zum Wasser. Doch der Badespaß hat Tücken. Denn in Deutschand passieren die meisten Todesfälle durch Ertrinken im Sommer. Im vergangenen Jahr sind fast 300 Menschen beim Baden gestorben, ein Großteil davon in Flüssen und Seen. Viele unterschätzen die Gefahren und immer weniger können richtig schwimmen. Das führt auch in Schwimmbädern immer öfter zu Unfällen. Was müssen Sie beim Baden und Schwimmen beachten und wie erkennen Sie, ob jemand in Gefahr ist?

Wann und wie lerne ich am besten schwimmen?

Es ist nie zu spät, das Schwimmen zu lernen. Auch für Erwachsene werden Kurse angeboten: Vereine, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), öffentliche Schwimmbäder und Privatschulen bieten Kurse für Männer und Frauen an. Es gibt auch Schwimm-Angebote, die auf spezielle religiöse Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Kinder können ab einem Alter von wenigen Wochen im Rahmen eines Babyschwimmkurses an den Aufenthalt im Wasser gewöhnt werden. Wann ein Säugling so weit ist, kann am besten ein Kinderarzt vorab einschätzen. Frühe Wassergewöhnung gilt als gute Voraussetzung für das spätere Schwimmen lernen.

Ab fünf Jahren können Kinder in der Regel den Bewegungsablauf des Kraulens (noch ohne regelmäßige Atmung) lernen, etwa ein Jahr später Brustschwimmen mit seinen etwas komplexeren Bewegungen.

Welche Gefahren drohen in stehenden Gewässern?

In Teichen oder Seen können Gefahren durch steil abfallende Ufer bestehen. Wasserpflanzen, Felsen, Pfähle, Baumstümpfe, Mauerreste oder Unrat unter der Wasseroberfläche können ein erhebliches Verletzungsrisiko darstellen.

Besonders gefährlich sind Kiesgruben, weil ihre Ufer abrutschen können. Schlammiger Boden und brusttiefes Wasser sind unter Umständen lebensgefährlich, da der Versuch freizukommen zu weiterem Absinken führen kann. In einem solchen Fall ist es wichtig, nicht in Panik zu geraten. Der Betroffene sollte versuchen, sich durch kräftige Schwimmbewegungen nur mit den Armen aus dem Morast zu lösen.

In stehenden oder langsam fließenden Gewässern können lange, bänderartige Pflanzen bis knapp an die Wasseroberfläche wachsen. Panik und Entsetzen können Schwimmer überkommen, wenn solche Gewächse den Körper streifen oder ihn scheinbar festzuhalten drohen.

Bergseen-, Ton-, und Kiesgruben weisen unterschiedlich warme Wasserschichten auf. Kaltes Wasser ist dichter und liegt deshalb immer unter den warmen Schichten. Diese Temperaturunterschiede werden vor allem bei Kopfsprüngen spürbar. Wer vor dem Sprung lange in der prallen Sonne gelegen hat und ohne Abkühlung ins Wasser springt, riskiert einen Kreislaufschock.

Schwimmen in fließenden Gewässern

In größeren Flüssen können sich sogenannte Buhnen befinden. Diese künstlichen Dämme regulieren und verändern die Strömung und verringern die Abtragung des Ufers. Da auch Geübte beim Schwimmen gegen die Strömung schnell ermüden, sollte man sich nur in Strömungsrichtung fortbewegen – selbst, wenn es der längere Weg zum Ufer ist.

Grundsätzlich sollte man aus Sicherheitsgründen nicht dort schwimmen, wo Schiffe und Boote fahren. In so genannten Bundeswasserstrassen (Verkehrswege auf Gewässern) ist schwimmen nicht generell verboten. Es gibt aber Bereiche, in denen ein ausdrückliches Verbot besteht. Der DLRG rät allerdings davon ab, in fließenden Gewässern zu baden.

Schwimmen in stehenden Gewässern

In Teichen oder Seen bestehen Gefahren durch steil abfallende Ufer. Wasserpflanzen, Felsen, Pfähle, Baumstümpfe, Mauerreste und Unrat unter der Wasseroberfläche stellen ein erhebliches Verletzungsrisiko dar. Besonders gefährlich sind Kiesgruben deren Ufer abrutschen können.

Schlammiger Boden und brusttiefes Wasser sind unter Umständen lebensgefährlich, da der Versuch freizukommen zu weiterem Absinken führen kann. In einem solchen Fall ist Panik zu vermeiden. Der Betroffene muss versuchen, sich durch kräftige Schwimmbewegungen nur mit den Armen aus dem Morast zu lösen.

In stehenden oder langsam fließenden Gewässern befinden sich oft lange, bänderartige Gewächse, die bis knapp an die Wasseroberfläche wachsen. Panik und Entsetzen können den Ahnungslosen überkommen, wenn diese Gewächse den Körper streifen oder ihn festzuhalten drohen.

Bergseen-, Ton-, und Kiesgruben weisen unterschiedlich warme Wasserschichten auf. Das kalte Wasser besitzt eine größere Dichte und liegt immer unter den warmen Schichten. Insbesondere bei Kopfsprüngen werden diese Temperaturunterschiede deutlich spürbar. Wer vor dem Sprung lange in der prallen Sonne gelegen hat und ohne Abkühlung ins Wasser springt, riskiert einen Kreislaufschock.

Schwimmen in fließenden Gewässern

In größeren Flüssen befinden sich zur Regulierung der Strömung und der Minimierung der Abtragung des Ufers so genannte Buhnen. Sie verändern die Strömungsverhältnisse, insbesondere zwischen den Buhnen. Da auch geübte Schwimmer beim Schwimmen gegen die Strömung schnell ermüden, sollte man sich nur in Strömungsrichtung fortbewegen, auch wenn dies der längere Weg zum Ufer ist.

Grundsätzlich sollte nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren, geschwommen werden. In den Bundeswasserstrassen ist schwimmen nicht generell verboten, es gibt jedoch Bereiche, in denen ein ausdrückliches Verbot besteht.

Schwimmen im Meer

Das Baden und Schwimmen im Meer ist gefährlicher als in den Binnengewässern. In kurzer Zeit ändert sich oft der Grund. Tiefen entstehen, Sandbänke bilden sich oder verschwinden. Wind und Strömung, gutes und schlechtes Wetter, beeinflussen dauernd das Wasser. Das ruhigste Badegebiet kann durch umschlagenden Wind und ungünstig laufende Strömung innerhalb weniger Minuten zum tosenden Meer werden.

Deshalb niemals an unbewachten Stellen rausschwimmen und an bewachten Stellen immer auf die Sicherheits-Beflaggung achten. Die gehisste gelbe Flagge weist auf besondere Gefahren hin, ist diese gesetzt, sollten nur erfahrene und geübte Schwimmer ins Wasser gehen.
Bei gehisster roter Flagge ist das Schwimmen und Baden verboten.

Wie erkenne ich Ertrinkende?

Ertrinkende Menschen erkennt man in der Regel nicht an lauten Geräuschen oder Hilferufen. Man muss eher sehr genau beobachten, um einzuschätzen, ob sich jemand im Wasser in einer Notlage befindet.

Laut DLRG sind Ertrinkende aus Kraftmangel nicht in der Lage, sich laut zu äußern – sie brauchen ihre Energie, um sich über Wasser zu halten. Erwachsene kippen demnach bei dem Versuch eher nach hinten, Kinder eher nach vorne.

Wer einen Ertrinkenden oder einen Menschen in Not im Waser entdeckt, sollte in jedem Fall den Notruf 112 wählen. Die DLRG empfiehlt, sich nicht durch eigene Rettungsversuche in Gefahr zu bringen, da oft Gewässer als auch das Gewicht des Menschen in Not falsch eingeschätzt werden. Rettungsvorgänge sollten zudem geübt sein, da sich Ertrinkende in Panik an ihre Retter klammern und sie damit auch in Gefahr bringen können.

Anders sei die Lage, wenn kleine Kinder in ruhigen Gewässern (Badesee, Schwimmbad) in Not geraten. Dann könnten laut DLRG auch Ungeübte helfen. Ein Notruf sollte in jedem Fall vorab gemacht werden.

Baderegeln der DLRG

  • Gehe nur zum Baden, wenn du dich wohl fühlst.
  • Bevor du ins Wasser gehst: Kühle dich ab und dusche.
  • Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser.
  • Gehe als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser.
  • Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen.
  • Überschätze dich und deine Kraft nicht.
  • Bade nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren.
  • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort und suche ein festes Gebäude auf.
  • Halte das Wasser und seine Umgebung sauber, wirf Abfälle in den Mülleimer.
  • Aufblasbare Schwimmhilfen bieten dir keine Sicherheit im Wasser.
  • Springe nur ins Wasser, wenn es frei und tief genug ist.

Weitere Informationen

• DLRG Übersichtsseite "Freizeit im Wasser"
https://www.dlrg.de/informieren/freizeit-im-wasser/

• DRK Wasserwacht: Baderegeln (in verschiedenen Sprachen)
https://www.drk.de/wasserwacht/angebote/bade-und-eisregeln/

• ARD Buffet; Sicher schwimmen und baden – So vermeiden Sie Badeunfälle (30.06.21)
https://www.swr.de/buffet/leben/sicher-schwimmen-und-baden-so-vermeiden-sie-badeunfaelle/-/id=257304/did=25422610/nid=257304/et49t6/index.html

• #fragBR24: Wie erkenne ich einen Ertrinkenden? (16.08.20)
https://www.br.de/nachrichten/bayern/fragbr24-wie-erkenne-ich-einen-ertrinkenden,S7XI8m8

• NDR N-JOY "Ertrinken sieht nicht aus wie Ertrinken“ (23.06.22)
https://www.n-joy.de/leben/Ertrinken-Stille-Gefahr,schwimmen1156.html

Stand: 18.07.2022 08:11 Uhr