SENDETERMIN Fr., 26.06.20 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Wassersparend gärtnern

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

PlayJulia Schöning, Dorothée Waechter
Service: Wassersparend gärtnern | Video verfügbar bis 26.06.2021 | Bild: WDR

Die Ferien beginnen. An vielen Orten in Deutschland ist der Boden so trocken, dass den Pflanzen Wasser fehlt. Auch Topfpflanzen müssen während des Urlaubs gegossen werden. Dafür gibt es verschiedene Modelle der Selbstversorgung sowie automatische Bewässerungssysteme. Beim Gießen auch noch Wasser zu sparen, kann trotzdem klappen: relativ einfach mit der entsprechenden Ausstattung.

Wasser sparen im Garten

Trinkwasser ist knapp und wertvoll. Zum Gießen kann man daher Regenwasser verwenden. Pflanzen vertragen es in der Regel sogar besser, da es keinen Kalk enthält. Regenwasser kann vom Dach in einer Tonne gesammelt werden. Das Wasser kann man daraus über einen Wasserhahn oder eine entnehmen und z.B. im Beet verteilen. So genannte Tropfschläuche eignen sich besonders gut, da sie Wasser langsam und direkt an die Pflanzenwurzeln bringen.

Regeln für wassersparendes Gießen

  • Gießen Sie in den Morgenstunden,
  • Wählen Sie keine feinstäubenden Düsen.
  • Verwenden Sie keine Sprenger.
  • Bringen Sie Wasser in einem breiten Strahl aus.
  • Verhindern Sie durch einen kleinen Wall, dass Wasser seitlich abfließt.

Selbstversorgung der Pflanzen

Stehen Wurzeln im Wasser, werden sie braun und faulen. Daher muss ein Wasserreservoir so konstruiert sein, dass die Wurzeln trocken stehen und erst bei Bedarf Wasser zu den Wurzeln gezogen wird.
Hierzu gibt es verschiedene Systeme, vom Gefäß mit Wasserreservoir bis zu großen Wasserbehältern, die so installiert werden, dass die Pflanzen sich selbst versorgen können. Mit Hilfe von ausgedienten PET-Flaschen lässt sich dieses System auch selber bauen.
Auch Blähton ist ein guter Wasserspeicher. Wichtig ist, dass er sich langsam mit Wasser vollsaugen kann.

Vorbeugen gegen Trockenheit

Der Wasserbedarf der Pflanzen lässt sich auch so reduzieren: zum Beispiel mit Pflanzen, die ohnehin wenig Wasser brauchen. Das sind vor allem Sukkulenten mit fleischigen Blättern, silberlaubige Gewächse, die fast weiße Blätter haben oder unempfindliche Pflanzen wie Cordyline, Mandevilla und Geranien.


Pflanzen, die im Süden gut gedeihen, brauchen nicht automatisch wenig Wasser. Gerade Hibiskus, Oleander, Lorbeer und Basilikum haben einen hohen Bedarf. Auch die Hortensie muss regelmäßig gegossen werden.

Wasserverbrauch verringern: Tipps

  • Rasen nicht zu kurz mähen
  • Hecken zurückschneiden
  • Boden hacken
  • Humus in den Boden einarbeiten, Mulch auf der Bodenoberfläche verteilen
  • Pflanzen ggf. mit Vlies abdecken
  • große Gefäße mit ausreichenden Erdvolumen verwenden

Automatische Wasserversorgung auf Balkon und Terrasse

Tröpfchenbewässerung ist eine gute Lösung für die Wasserversorgung von Pflanzen auf Balkon und Terrasse. Die sehr stetige Verteilung des Wassers aus einem Reservoir wird mit Solarzellen bzw. Akkus so gesteuert, dass die Pflanzen nicht vertrocknen.
Sinnvoll ist es, diese Systeme ausreichend lange vor Urlaubsbeginn zu installieren, damit die Funktion überprüft und ggf. angepasst werden kann.

Weitere Informationen

SWR Landesschau Baden-Württemberg: Garten im Juli - 5 Tipps, wie Sie Ihren Garten richtig gießen (15.07.19)
https://www.swrfernsehen.de/landesschau-bw/tipps/artikel-3364.html

MDR Garten (08.07.18): Tipps für den eigenen Garten - Gießen und Bewässern im Sommer: Wann, wie oft, wie viel?
https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/richtig-giessen-waessern-garten-trocken-100.html

MDR Garten (16.06.20) Trockenheitsverträglicher Garten - Einen Steingarten anlegen
https://www.mdr.de/mdr-garten/gestalten/pflanzen-alpine-stauden-steingarten-100.html

Stand: 26.06.2020 07:25 Uhr